high carb - low fat

High carb - low fat! Warum habe ich aufgehört Fett zu essen? Was für Fette gibt es überhaupt? Und was machen die in unserem Körper? Manche meinen, dass sie für die Verdauung notwendig sind - viele Ärzte sagen, dass sie für die meisten Zivilisationskrankheiten verantwortlich sind. 

Der Start einer kleinen Blog-Serie

 

Wie schon erzählt, habe ich meine Ernährung vor ca. einem halben Jahr umgestellt - auf pflanzenbasiert, mit vielen Kohlenhydraten und einem möglichst geringen Anteil an Fett. High carb, low fat oder hclf. 

 

Ich werde heute nur einmal ein paar Punkte anschneiden, aber das Thema und die Verwirrung diesbezüglich scheinen unendlich. Wahrscheinlich wird das eine kleine Blog-Serie werden, da das Thema wirklich sehr breit gefächert ist.

Wie man in obiger Tabelle schön sehen kann, liefert 1 Gramm Fett 9 kcal und ist damit der kalorienreichste Grundnahrungsstoff.  Wenn man also irgendwo Kalorien einsparen möchte, so wäre das Reduzieren von Fett schon mal recht sinnvoll. 

 

Der Körper benötigt nur kleine Mengen an Fett, um fettlösliche Vitamine aufnehmen  und um einige Hormone produzieren zu können. Das Fett aus der Nahrung wird nach der Verdauung im Dünndarm über die Lymphe ins Blut und damit zu den Geweben transportiert. Überschüssiges Fett wird in den Fettzellen gespeichert und dient(e) dem Körper als Reserve. 

 

Fett ist auch, was uns als "mager" verkauft wird. So hat beispielsweise Magermilch einen wesentlich höheren Prozentsatz Fett, als auf der Packung angegeben (weil sich dieser auf den Fettgehalt in Relation auf das Gewicht bezieht und der Körper den hohen und schweren Wassergehalt der Milch absorbiert - siehe dazu "Dr. Barnards Revolutionäre Methode gegen Diabetes" S. 56) und gehört auch Hühnerfleisch zu den fetten "Nahrungsmitteln", wenn man nicht immer ausschließlich die Brust, ohne Haut und nur gekocht isst. 

Der Plaque, den man in der Abbildung in der Arterie so schön sehen kann,  besteht aus Fettablagerungen und Cholesterin. Heute findet man solchen Plaque schon in den Arterien von 10jährigen Kindern, die mit unserer westlichen Kost "ernährt" werden!

 

Herzerkrankungen sind die häufigste Todesursache in den westlichen Industrieländern. Plaque sammelt sich immer weiter in den Arterien an, verhärtet sich dort in taschenartigen Ablagerungen. Dies führt dazu, dass der Blutfluss immer stärker behindert wird, bis die Plaque-Ansammlung plötzlich aufplatzt und sich in der Arterie ein Blutgerinnsel bildet, was u.a. einen Herzinfarkt auslösen kann. Die Mehrheit stirbt dann am "plötzlichen Herztod", d.h. das erste Symptom der Erkrankung ist auch bereits schon das letzte (siehe dazu Dr. Greger "How not to Die" Seite 17 ff). Das bedeutet vermutlich für viele, dass wir die Herzerkrankung, die wir schon haben, nun kurieren können. 

 

Dr. Esselstyn, untersucht seit Jahrzehnten den Zusammenhang von Ernährung und Herzerkrankungen. Bei Bevölkerungsgruppen, deren Cholesterinspiegel unter 150 mg/dl liegt, treten koronare Herzerkrankungen selten auf. Schon die frühesten wissenschaftlichen Untersuchungen zeigten auf, dass eine fett- und cholesterinreiche Kost bei Menschen und Tieren (die wir füttern) zu Erkrankungen der Herzkranzgefäße führen kann. So zog Dr. Esselstyn auch den Umkehrschluss: wenn man die Nahrungsfette reduziert, kann das, das Entstehen und Fortschreiten der Herzerkrankungen aufhalten. Dr. Esselstyn hat dies dann in beeindruckenden Studien an schwer herzkranken Patienten bewiesen - siehe dazu sein Buch "Essen gegen Herzinfarkt". 

Winzige Hochöfen, die Fett verbrennen

 

Dr. Barnard beschreibt (in seinem Buch "Dr. Barnards revolutionäre Methode gegen Diabetes" ab Seite 36) die Mitochondrien als winzig kleine Brennöfen die kleine Fettpartikel  >> die intramyozellulare Lipide (intra > in, myo > Muskel, Lipid > Fett) in unseren Zellen verstoffwechseln. Je mehr Fett wir essen, desto mehr haben diese kleinen Brennöfen zu tun ... denkt man. Forschungen haben aber gezeigt, dass sich Fett sehr schnell in den Zellen anreichert und die Mitochondrien ihrer Aufgabe irgendwann nicht mehr richtig nachkommen können. Der Konsum von einem hohen Anteil an Fett in der Nahrung bewirkt darüber hinaus aber auch noch, dass jene Gene deaktiviert werden, die die kleinen Brennöfen herstellen, die die Fettverbrennung bewerkstelligen sollen. 

 

Das bedeutet, laut Dr. Barnard, folgendes: "Sie haben eine fettreichen Mahlzeit gegessen und reichern infolgedessen winzige Stückchen Fett in ihren Muskelzellen an. Dieses Fett beeinträchtigt die normale Funktion der Zellen, einschließlich der Fähigkeit, auf Insulin zu reagieren. Wenn das Insulin nicht funktioniert, kann Glukose nicht in die Zellen gelangen und reichert sich im Blut an. Dann scheint dieses fettige Essen tatsächlich die Gene zu behindern, die die Mitochondrien produzieren, die Sie brauchen, um dieses sich anreichernde Fett zu verbrennen. Ihre Fähigkeit, das Fett im Inneren ihrer Zellen zu eliminieren, scheint gedrosselt zu werden, wenn Sie fettiges Essen zu sich nehmen."

 

Diese Körperchemie hat sich vor vielen Tausenden Jahren gebildet, als wir manchmal etwas sehr fetthaltiges auf Bäumen fanden, ein paar Nüsse und Samen, eine Avocado vielleicht. So ein plötzlicher Zustrom von Fett musste gut gespeichert werden, für spätere, wieder fettärmere Zeiten. Und so erhalten die Muskelzellen auch noch heute das Signal, die fettverbrennenden Mitochondrien abzuschalten und das Fett für zukünftigen Bedarf zu speichern. Die gute Nachricht ist aber: wenn der Zufluss von Fett endet, wird das Fett in den Zellen abgebaut und wenn das passiert, gewinnen die Zellen ihre normale Funktion zurück. 

Heißt das, dass ich nun gar kein Fett mehr esse? Nein!

 

Ich mische derzeit täglich etwa einen Esslöffel geschrotete Leinsamen in meinen Smoothie. Leinsamen sind eine hervorragende, weil vollwertige und pflanzliche Quelle für Omega 3 Fettsäuren.  In der Hülle des Leinsamen ist die wertvolle Linolelsäure auch wunderbar geschützt und bleibt dort lange frisch. 

 

Meine letzte Flasche Olivenöl habe ich schweren Herzens verschenkt. Ich war im November 2015 in der schönen Mani auf dem Peloponnes und habe dort Bekannten bei der Olivenernte geholfen. Abends haben wir  dann das Öl in der eigenen Presse selbst gepresst. So ein biologisches, wirklich kalt gepresstes, unter der Sonne Griechenlands gereiftes, reines ... naja, bis auf die paar Schweißtropfen, die bei der doch überraschend schweren Arbeit vielleicht auf die Oliven getropft sind ... hochwertiges Olivenöl gibt man nicht so einfach wieder auf. Aber auch dieses tolle Olivenöl verstopft die Arterien leider. 

 

Manchmal gehe ich auch essen oder es überkommt mich unterwegs der Hunger und ich habe nicht genug zum snacken mit dabei. Es gibt ja zum Glück schon viele vegetarische und vegane Lokale, aber leider wird gerade in den veganen Restaurants mit unglaublich viel Fett gekocht. Da wird fröhlich frittiert, Unmengen an Samen und Nüssen verarbeitet, mit Öl und fetten Saucen getunkt, veganer Käse und Wurst kredenzt, deren Fettanteil genauso hoch ist, wie ihre tierischen Vorbilder. Wenn man länger kaum Fett isst, dann schmeckt es einem leider bzw. zum Glück auch nicht mehr so richtig und ich mag auch insbesondere das schmierige Gefühl, das es im Mund hinterlässt und in den nächsten Tagen auch auf der Haut und in den Haaren nicht mehr. 

 

So, das war mal ein kleiner Einstieg in dieses Thema, das mir am Herzen liegt. Weitere blogs rund um das Thema Fett werden bald folgen. 

Fällt es Euch schwer das Fett zu reduzieren, obwohl ihr um die gesundheitlichen Auswirkungen bescheid wisst?

Schreibt mir doch eure Meinung dazu in den Kommentaren! bis bald, Susanne

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Kommentare: 1
  • #1

    Harald (Freitag, 14 Juli 2017 08:00)

    Du scheinst dich ja wirklich gut auszukennen! Danke für die vielen Informationen.
    Habe deinen Text mit Interesse gelesen, weil mein Vater am plötzlichen Herztod gestorben ist. Da er auch sein ganzes Leben lang mit Übergewicht zu kämpfen hatte, wird eine Thrombose als Ursache vermutet, ganz genau geklärt wurde der Vorfall nie.
    Habe mal einen Kurzvortrag von einem Ernährungsmediziner aus dem AKH gehört. Er hat gemeint: "Wir essen zu viel, zu süß, zu fett und zu salzig." Die Kurzformel hat mir gefallen - man kann sie sich leicht merken und gleich damit zu arbeiten beginnen.
    Man kann aber auch deinen Blog lesen:-)
    Weiterhin gutes Gelingen!