Pflanzenbasiert! Warum ich mich vegan ernähre

Heute möchte ich mal kurz beschreiben, warum ich meine Ernährung auf pflanzenbasiert umgestellt habe und zwar auf möglichst vollwertig, pflanzenbasiert. Weil vegan sind auch Pommes mit Bier ;-)

Ich möchte mal ein wenig den Weg beschreiben, den ich bis zur Umstellung der Ernährung auf pflanzenbasiert gegangen bin und was mich dann letztendlich dazu motiviert hat, dass ich nun seit über einem Jahr vollwertig vegan lebe. 

 

Tiere habe ich schon als kleines Kind sehr gemocht, daran konnte auch der Dackel, der mich mal beißen wollte, nichts ändern. Durch eine Freundin, die sich bereits als Teenager dazu entschieden hatte vegetarisch zu leben, nachdem sie Berichte über Tiertransporte gesehen hatte, entschloss ich mich dann später auch dazu. Ich bin heute noch beeindruckt, dass sie das schon so früh für sich beschließen und gegen den Willen ihrer Eltern durchsetzen konnte. Damals  gab es "vegetarisch" in Österreich auch praktisch noch nicht. Bei mir hat dann das Buch "Fit for Life" von Harvey Diamond den letzten Ausschlag dazu gegeben. 

 

Im Alter von  21 bis 30 habe ich dann also rein vegetarisch gelebt. Leider war ich ein recht fanatischer Vegetarier und habe allen Vorträge darüber halten wollen, warum wir Menschen keine Fleischesser sind ... die Zähne, die fehlenden Klauen, der Darm, viel zu langsam, etc. blabla. Vielleicht mag ich heute deshalb die oftmals verbissene Haltung der veganen Bewegung nicht, weil sie mir mein damaliges Verhalten recht gut spiegelt :-)

 

Auf einer Reise nach Thailand gab es dann bei einem Ausflug einen in Thai-spicy-sauce gegrillten Fisch und mit diesem habe ich mein vegetarisches Leben mal wieder abgebrochen. In den Jahren danach habe ich gelegentlich, so ca. 3-5 Mal im Jahr, Fisch und Huhn gegessen, sehr selten auch Schinken und Bündner Fleisch. 

 

Dann kam die Diagnose Krebs in einem Vorstadium und der kinesiologische Test ergab, dass ich nur noch Pflanzen vertrage und für die Heilung gut sind. So habe ich dann ein dreiviertel Jahr vegan (und ohne Fruktose und Gluten) gegessen. Die Umstellung war damals zunächst eine große Herausforderung. Von "vegan" war damals noch kaum die Rede und auch "glutenfrei" stand noch nicht auf den Produkten werbewirksam geschrieben. Ich musste wirklich recherchieren, was ich nun noch essen kann, was denn eigentlich glutenfrei ist, wo überall Fruktose enthalten ist etc. Dann tat mir die Umstellung aber sehr gut, ich habe mich mit dieser Ernährung sehr wohl gefühlt. Leider hat sich dann mit der Zeit wieder das alte, doch mehr gewohnte Ernährungsmuster eingeschlichen. Aber ich kann mich noch erinnern, dass Einiges, insbesondere der erste Käse nach der langen Zeit besonders grauslich geschmeckt hat. 

 

So ging es die nächsten Jahre also wieder vorwiegend vegetarisch, mit Milchprodukten, Eiern und 3 - 5 mal Fisch pro Jahr weiter. 

Kühe am Fuße des Hochkönigs
Kühe auf der Weide Puregg

Dann habe ich ein Jahr im Haus der Stille in Puregg gelebt. Dort wird vegetarisch gekocht. Das Haus ist umgeben von einer riesengroßen Weidefläche für die Kühe eines Bio-Bauern. Eine Herde von Kühen mit ihren Kindern, alles Jungstiere und der große Stier. 

 

Die konnten dort völlig ihr eigenes Ding machen - sie sind in der Mittagshitze in den kühlenden Stall gezogen, des Nachts draussen geblieben, haben sich bei Regen unter die Bäume gestellt. Eines Tages hat der Bauer einer Kuh ihr Kind weg genommen, weil die Kuh wieder trächtig war und damit sie genug Kraft hat, für ihr neues Baby.

 

Diese Kuh hat auf der großen Alm tagelang nach ihrem Kind gesucht und dabei nach ihm gerufen und geschrien.... während ich im Zendo in Stille saß, versuchte zu meditieren, auch über Mitgefühl ... das Schreien der Kuh hat mir fast das Herz zerrissen. Und das sind Kühe, die unter optimalsten Bedingungen gehalten werden und trotzdem entsteht durch den Eingriff des Menschen zu wirtschaftlichen Zwecken solches Leid in anderen fühlenden Wesen. Wie ergeht es da wohl anderen Kühen? Die nicht unter diesen eigentlich optimalen Bedingungen leben dürfen. Den Milchkühen? Denen nach der Geburt rasch ihr Kind weg genommen wird, damit wir dann die Kuh-Muttermilch trinken können. So an die 80 kg Milch, plus 20 kg Käse pro Person pro Jahr in Österreich. Während das Kalb nach den ersten Stunden schon künstlich ernährt wird. 

 

Und da ist eigentlich mein Entschluss gefallen, dass ich keine Milch mehr trinken und keine Milchprodukte essen möchte. Bis zur Umsetzung hat es dann aber auch bei mir noch 2 Jahre gedauert. Aber diese schreiende Kuh habe ich heute noch im Kopf. 

Vor einem Jahr habe ich endlich den Schritt geschafft, der für mich dann ganz einfach war. 

 

Ich habe von Durianrider und der raw till 4 Bewegung (darüber ein anderes Mal mehr) gehört, die sich - vorallem auf youtube - für einen veganen Lebensstil - für die Menschen, die Tiere und die Umwelt engagieren ... und dabei sehr gesund und fit sind und voller Energie - das hat mich überzeugt. Und eines führt zum anderen, denn dann habe ich auch begonnen, mich für die wissenschaftlichen Studien zu interessieren, die in den Videos auch immer erwähnt und in der Infobox verlinkt sind. 

 

Vor allem die China Study von T. Colin Campbell hat mich anfangs stark motiviert, in der ein eindeutiger Zusammenhang zwischen tiereiweißreicher Ernährung und der Entstehung von chronischen Erkrankungen belegt wurde. Nachdem ich keine dieser Erkrankungen der modernen, westlichen Welt (wieder) bekommen möchte, war das ein wichtiger Beweggrund für mich, meine Ernährung umzustellen. 

 

Früher habe ich mich nach jeder Hauptmahlzeit erst mal für ein bis zwei Stunden schlapp und müde gefühlt. Das habe ich seit der Umstellung überhaupt nicht mehr. Das Essen und die Verdauung belasten mich nun nicht mehr. 

 

Ein Grundsatz für Ernährung und Gesundheit von T. Colin Campbell besagt auch: 

Lebensmittel wirken über die Kombination ihrer unzähligen Inhaltsstoffe. Das Ganze ist größer als die Summe seiner Einzelteile. 

 

Daher habe ich mich auch zu einer möglichst naturbelassenen und vollwertigen Ernährung entschieden, weil nur in der ganzen Pflanze auch alle kostbaren Nährstoffe enthalten sind, die unseren Körper nähren und letztendlich unsere Körperzellen bilden und vielleicht auch heilen. Bei Säften beispielsweise fehlen die Ballaststoffe, jene Pflanzenfasern die ganz wichtig für unsere Gesundheit sind. Wenn dich das interessiert, kannst du hier weiter lesen. Öl wiederum ist raffiniert und nur ein (hochkalorischer) Teil der Pflanze. Daher lieber auch ganze Leinsamen als Leinöl. Die ganzen oder geschroteten Leinsamen werden auch kaum ranzig, man muss sie nicht einmal kühl lagern, weil in der Pflanze auch Wirkstoffe sind, die das Oxidieren der Fettsäuren verhindern. Leinöl ist oftmals bereits im Supermarktregal ranzig. Sogar Smoothies sind eigentlich nicht mehr so ganz vollwertig, weil die Pflanze schon sehr zerkleinert ist und dadurch die Verdauung im Körper anders von statten geht. Auch von Fertigprodukten wie Sojawürstel und veganem Käse etc. halte ich mich fern - finde sie aber eine gute Alternative, um den Menschen den Umstieg zu erleichtern. 

 

Meine Motivation für die Umstellung auf rein pflanzenbasierte Ernährung war also hauptsächlich die eigene Gesundheit und meine Tierliebe.

Ich möchte keinem fühlenden Lebewesen Leid zufügen, weder direkt noch indirekt.

 

Und auch unsere Erde, die Umwelt möchte ich möglichst wenig zerstören und nicht zu viele Ressourcen davon verbrauchen. Regenwälder werden abgeholzt um Soja anzubauen, den dann zu über 90 % Tiere zu essen bekommen, die dann von Menschen gegessen werden. Ist das sinnvoll? Oder ist nur aus einem Statussymbol eine Gewohnheit geworden? "Nutztiere" verbrauchen viel Wasser und viel Land, das anders genutzt werden könnte, beispielsweise zur Ernährung der Menschen. Aber dazu vielleicht auch ein anderes Mal mehr. 

 

Ich bin sehr froh diesen Weg gegangen zu sein, der für mich dann auch sehr einfach war. Ich vermisse nichts und fühle mich wohl, mit meiner Entscheidung und der pflanzenbasierten Ernährung. 

Was hat euch zu einem pflanzenbasierten Leben motiviert? Oder was sind die Gründe, warum ich euch nicht für diesen Weg entschliessen wollt?
Freue mich über Austausch zu diesem Thema und bis bald, Susanne

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Kommentare: 1
  • #1

    Harald (Freitag, 14 Juli 2017 07:49)

    Du kannst sehr lustig schreiben, z. B. dass Pommes und Bier auch vegan sind (war mir so nicht bewußt, da habe ich ja schon manches Match vegan erlebt:-) oder wie du die Dackelgeschichte einbaust.
    Dass du Krebs im Vorstadion hattest tut mir Leid. Eine Freundin von mir hatte das auch; die Therapien haben geholfen und sie lebt immer noch ganz beschwerdefrei.
    Du bist sehr offen und gibst sehr viel her von dir in deinem Text.
    Ich ess' schon relativ viel Tierisches (Milch, Butter, Eier, etc.) aber wenig Fleisch. Und immer mehr Gemüse:-)