nach dem Triathlon ist vor dem Triathlon

Nun bin ich tatsächlich eine Tri-Lady ... ich kann es selbst noch kaum glauben! Der Triathlon war ein wunderbares Erlebnis.

Und auch meine rasche Regeneration ist fast ein Wunder! Darüber möchte ich heute berichten.  

Am Sonntag, dem 27. August (dem Geburtstag meiner beiden Großmütter) war es endlich soweit: mein Trainingsziel für 2017 - der LadiesTri in Breitenbrunn am Neusiedlersee!  500 Meter Schwimmen, 20 km Radfahren und 4 km Laufen

 

Ende Juli hatte ich an einem workshop zur Vorbereitung teilgenommen und am Samstag vor dem Wettkampf bin ich nachmittags auch nach Breitenbrunn gefahren. Ich wollte nochmal im Neusiedlersee schwimmen trainieren, mir die bereits aufgebaute Wechselzone und den Zieleinlauf anschauen, um mir das vorstellen und mich darauf vorbereiten zu können und das Starterpaket mit den Startnummern-Aufklebern für das Rad und den Helm, den Zeitchip etc. abzuholen. 

 

Am Sonntag Morgen bin ich dann wieder mit der Bahn nach Breitenbrunn gefahren, schon mit merklich stärkerem Herzklopfen. Nach der Ankunft im Seebad Breitenbrunn, nur einige Minuten mit dem Rad vom Bahnhof entfernt, habe ich erstmal geguckt: es war deutlich mehr los, als die letzten Male :-)

 

Noch schnell die Pickerln auf den Helm geklebt und das Kennzeichnungsband für den Arm hervor gekramt und dann mit meinem Rad in die Wechselzone eingecheckt. Dann habe ich meinen Platz in der Wechselzone eingerichtet: den Helm griffbereit, die Brille noch zuvor griffbereit, ein Handtuch, um die nassen Schwimmfüsse zu trocknen, bevor es in die Socken und Schuhe geht, u.ä. ... und dabei öfters zu den Kolleginnen geschaut, wie die das so machen und ob ich das noch irgendwie gscheiter machen kann. Dann bin ich in meinen Triathlon-Anzug geschlüpft, den ich mir kurz zuvor noch gekauft hatte. Ein Triathlon-Anzug hat den Vorteil, dass man damit schwimmen und anschließend auch gleich Radfahren und Laufen kann. Er trocknet schnell, hat ein kleines Sitzpolster fürs Radeln und man spart ein paar Sekunden in der Wechselzone, weil man sich dazwischen nicht umziehen muss. Aber vor allem habe ich mir den eleganten Tri-Einteiler auch zur Motivation gekauft, damit ich auch die nächsten Jahre dran bleibe .... wäre ja irgendwie blöd, sich so einen teuren Anzug nur für einen einzigen Triathlon zu kaufen :->>

Nach einigen nervösen Gängen zum WC ging es dann endlich los, zunächst mit der Wettkampfbesprechung, wo uns der Ablauf des Triathlons und die Regeln, beispielsweise kein Fahren im Windschatten der Vorderfrau, erklärt wurden.  Dann die Badekappe aufgesetzt, mit der Schwimmbrille drunter, damit sie mir im Eifer des Gefechts nicht runter gerissen werden kann, und ab zum Start. Die Nervosität wich nun mehr und mehr einer freudigen Erregung, auch dabei sein zu können, neue Erfahrungen sammeln zu dürfen, nun tatsächlich so fit zu sein, dass ich an einem Triathlon teilnehmen kann. 

 

Aber es war nicht viel Zeit für freudige Aufregung, weil es auch schon gleich los ging mit dem Schwimmen - ein Runterzählen von 10 auf Null und schnell ins Wasser gestürmt. Beim Schwimmen ging es mir dann überraschend gut, jedenfalls viel besser als in dem Alptraum, den ich ein paar Tage zuvor hatte :-)) Ich konnte die 2 mal 250m fast durchgehend kraulen, nur die kurze Laufstrecke dazwischen war recht anstrengend, wenn man so mit leichten Füssen aus dem Wasser kommt und dann das Laufen echt schwer fällt. 

 

 

Dann schnell in die Wechselzone gelaufen, die Füsse etwas gewaschen und getrocknet, möglichst schnell in die Socken geschlüpft (ach, hätte ich doch das Radeln und Laufen ohne Socken vorher geübt :-)) und in die Schuhe. Die Brille auf und den Helm verschlossen - das ist nämlich auch eine der Wettkampfregeln, dass man die Wechselzone bereits mit geschlossenem Helm verlassen muss. Ein paar Meter mit dem Rad gelaufen und dann gehts endlich wieder los: 4 Runden zu je 5 km, also 20 km mit dem Rad. Die ersten beiden Runden waren die reinste Freude! Die dritte Runde recht zäh und der Gegenwind gefühlt stark verstärkt. In der vierten Runde kam die Freude wieder, vor allem, dass es bald vorbei ist :-) Beim Radfahren wurde ich von einigen überholt, von den ultra-schnellen Gewinnerinnen des Triathlon, die an mir vorbei geflitzt sind, aber auch von vielen anderen. Nach den Schwimmen war ich noch auf Platz 59 von ca. 220 Teilnehmerinnen, nach dem Radfahren nur noch auf Platz 166. Aber mein Ziel lautete ja: finishen, d.h. bis zum Ende durchkommen und nicht die Letzte zu werden. Nach dem Radfahren wusste ich schon recht sicher, dass ich das schaffen werde - was leider auch meine Motivation fürs Laufen etwas gedämpft hat: ich wusste, dass ich mich dabei nicht mehr sooo anstrengen muss. Zu Laufen waren abschließend 2 Runden zu je 2 km. Von den 4 km bin ich dann einiges gegangen, einerseits weil ich - vielleicht auch aufgrund der schwülen Hitze, die an dem Tag geherrscht hat - etwas Kreislaufprobleme hatte, weil mir dann doch auch etwas die Kondition ausging, aber vermutlich war hauptsächlich mein Kopf schuld, der eben wusste, dass ich nun nicht mehr Letzte werden kann. Ich wurde dann insgesamt die 173.igste.

 

Das tollste Gefühl war dann aber der Zieleinlauf, insbesondere als die Zeit gesehen habe, die über 15 Minuten schneller war, als ich das zuvor geschätzt hatte! Der etwas schnellere Puls hat noch fast eine Stunde nach dem Zieleinlauf angehalten, das Hochgefühl noch den ganzen Tag :-> Direkt im Ziel, beim Genuss von Wasser, Wassermelone, Orange und Bananenstücken, war ich mir schon sicher, dass ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein will - und auch meine Zeiten in den einzelnen Disziplinen steigern möchte. So habe ich schon wieder ein Ziel für das nächste Jahr - nach dem Triathlon ist also wieder vor dem Triathlon, dem nächsten nämlich :->> 

Zur Vorbereitung hatte ich mir eine Liste gemacht, was ich für den Triathlon alles brauche und mitnehmen muss, den Ablauf einige Male visualisiert und mir natürlich auch punkto Ernährung so einige Gedanken gemacht. Ich habe mir bei bevegt.de und dem Buch von Matt Frazier "No Meat Athlete" verschiedene Anregungen geholt und mich dann für folgendes entschieden:

 

An den Tagen vor dem Triathlon habe ich darauf geachtet, viele Kohlenhydrate zu mir zu nehmen. In den Wettkampftag bin ich dann erstmal mit ein wenig Smoothie aus Roter Rübe (die ja als legales Doping in der Sportwelt anerkannt ist :-)), Spinat, 1 Banane, Heidelbeeren, 1 Dattel, Leinsamen, Ingwer, Kurkuma und Chlorella gestartet. Den Rest des Smoothies (ca. 300 ml) habe ich dann auf der Bahnfahrt nach Breitenbrunn getrunken. Anschließend gab es noch meinen geliebten Getreidekaffee und zwei Stück Toast mit Marmelade. Toast wird relativ schnell verdaut und wird daher von einigen als gutes Wettkampffrühstück angesehen. 

 

Kurz vor dem Start in den Triathlon habe ich dann Iskiate getrunken. Ich bin zwar keine Tarahumara, aber es kann ja nicht schaden :-)) Iskiate - auch Chia Fresca bekannt - besteht aus 1 EL ganzen Chiasamen (schon über Nacht in Wasser eingeweicht, damit sie genug davon aufnehmen können), Wasser, den Saft einer Zitrone und Zucker. Ich habe ein wenig Rohrohrzucker, etwas Traubenzucker und etwas Fruchtzucker verwendet, sicherheitshalber, nachdem diese unterschiedlich schnell ins Blut gehen. Die Chiasamen haben einen sehr hohen Anteil an Omega 3 Fettsäuren, einen hohen Anteil an Protein und Ballaststoffen und einige Mikronährstoffe wie Kalzium, Eisen und zudem die Eigenschaft, sehr viel Wasser zu binden. Dieses Wasser geben sie dann nach und nach ab, was während des Wettkampfes für eine gute Hydrierung sorgt. Auch die Kohlenhydrate werden langsam vom Körper verwertet, was vielleicht für einen Sprint-Triathlon noch nicht so bedeutsam ist. Geschmeckt hat es jedenfalls köstlich.  

 

Nach einem Wettkampf ist es ja auch wichtig, relativ rasch (innerhalb der ersten Stunde) jene Nährstoffe aufzunehmen, die der Körper für die anstehenden Reparaturarbeiten - sprich Regeneration - benötigt. Daher habe ich mir für danach auch eine spezielle Mischung mit genommen, nämlich einen Brei aus Heidelbeeren, 2 Bananen, 2 Datteln, geschroteten Chiasamen, Haferflocken, Mungobohnensprossen, etwas Hafermilch und ein wenig Salz. Diese Mischung bietet so einiges an Eiweiß, Kohlenhydraten, Mikronährstoffen und Antioxidantien. Der zähe graue Brei hat nicht lecker ausgesehen, aber mir gut geschmeckt und scheinbar auch gut getan - denn mein Körper hat sich nach dem Triathlon tatsächlich enorm schnell regeneriert! Ich war gleich nach dem Triathlon noch ein wenig schwimmen im Neusiedlersee und 2 Tage später schon wieder laufen. 

 

Vom P3-Team waren nach dem Zieleinlauf neben einigen Getränken auch Wassermelone, Orangen- und Bananenstücke bereit gestellt, welche auch alle gut sind für schnelle Energie und Regeneration. Zum Thema Effekt der Wassermelone zur Linderung von Muskelkater und Reduzierung der Muskelermüdung durch Zitrusfrüchte gibt es sogar Videos von Dr. Greger! Ja, die P3s wissen schon, was sie tun :-) Der LadiesTri war überhaupt toll organisiert. Danke nochmal an Robert und seinem P3-Team. Gerne wieder, im nächsten Jahr :->

Vielleicht hat mein Bericht, den einen oder die andere inspiriert, auch mal einen Triathlon oder einen ähnlichen sportlichen Wettkampf zu probieren.
Ich kann mich nur wiederholen: wenn ich das schaffe, dann kann das jede/r!! Freue mich auch wie immer, über Erfahrungsaustausch und natürlich auch Tipps fürs nächste Mal! Danke und bis bald, Susanne

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Kommentare: 1
  • #1

    Astrid Eder (Dienstag, 19 September 2017 12:28)

    Liebe Susanne! Du STARKE!

    Danke für deinen Triathlon Bericht. Meine Cousine hat mal regelmässig Triathlons gemacht und schon damals konnte ich mir das nicht so recht vorstellen, wie das gehen kann. Es zeugt von viel mentaler Stärke, nicht nur körperlicher Fitness, sich auf sowas vorzubereiten und es durchzuziehen. Die Bilder zeigen, dass es dir trotz Anstrengung sehr viel Freud gegeben hat. Das ist wunderbar! Letzte Woche hat mich eine Kollegin zum Supercycle geschleppt & obwohl ich leidenschaftlich gerne Radfahre, ist das bei mir nur ein Gemütlichkeitssport. Also war das CYCLE ohne SUPER für mich. :-) Aber vielleicht willst du das ja trainingsweise auch mal ausprobieren... Habe heuer in meiner ersten Laufsaison überhaupt meinen ersten 5k Lauf absolviert. Aber auch das ist für mich weniger ein Wettkampf, als mehr ein Gemeinschaftsding. Die Masse hilft einem da schon durchzuziehen :-) ... Wie du merkst wird ein Triathlon Veranstalter noch lange auf mich warten :-D. Also du Grossartige: keep on rolling oder eben cycling, swimming, running!

    Bis bald, Astrid