Natürliches Leben - Basics

Was ist ein natürliches Leben? Was sind die Grundlagen dafür? Meine Gedanken dazu, inspiriert von Dr. Doug Lisle

Kürzlich habe ich mir einige Webinare von Dr. Doug Lisle auf youtube angesehen, darunter  auch dieses hier: https://www.youtube.com/watch?v=_KvX7OpV_cs, was mich zu den folgenden Zeilen des heutigen blog inspiriert hat. Diese sind auch als erste Einführung in das Buch von Doug Lisle und Alan Goldhamer "Die  Lustfalle (Warum Gesundheit schwerfällt und was Sie dafür tun können)" gedacht, über das ich bald mehr berichten möchte. 

 

Die homepage des genialen Psychologen Dr. Doug Lisle ist übrigens: http://esteemdynamics.org

 

In dem Webinar spricht Doug Lisle über die Grundlagen für ein natürliches Leben und die sind relativ einfach: 

  • gesundes Essen,
  • Bewegung,
  • ausreichend Schlaf und
  • Sonnenlicht

Nahrung und Bewegung

Für unser Wohlbefinden sollten wir uns also um diese vier Basics kümmern. 

 

Wir leben jedoch heute in einer Umwelt, die das recht schwer macht. Unsere Welt wird immer weniger natürlich. Sie wird von Menschen mit unterschiedlichen Interessen geprägt, die diese mehr und mehr formen. Diese Interessen sind leider kaum noch auf unsere natürlichen Bedürfnisse und Gesundheit ausgerichtet, sondern oftmals an den finanziellen Interessen von Firmen und Konzernen. Dr. Alan Goldhamer meint in diesem auch sehr guten Video-Vortrag, dass wir heute in einer Welt leben, die so gestaltet ist, dass sie uns fett, krank und schlecht gelaunt macht. 

 

Bezüglich Nahrung stehen wir vor dem Problem, dass das was fertig angeboten wird, eigentlich alles ungesund ist, nämlich zu fettig, zu salzig und/oder zu süß. 

Und: diese Nahrungsmittel sind für uns ständig vorhanden und verfügbar.  Das war in unserer natürlichen Umwelt nicht so. Die Nahrungsmittel, die angeboten werden, sind schon verarbeitet und sind so kaloriendichter, als natürliche Lebensmittel es waren und immer noch sind. So wird das Verlangen nach mehr davon stimuliert und wir befinden uns in der Lustfalle (pleasuretrap).

 

Wir benehmen uns schon richtig, was das Essen anlangt - das Problem ist nur, dass wir nicht mehr in unserer natürlichen Umgebung leben, wo unsere natürlichen Nahrungsmittel wachsen und dieser Instinkt unser Überleben (und die Fortpflanzung) gesichert hat. 

 

Wenn wir süß und fett essen, dann schüttet unser Gehirn Belohnungsstoffe aus, damit wir möglichst viel davon essen, uns regelrecht damit anstopfen, auch wenn wir schon satt sind. So konnten wir die letzten Jahrtausende überleben. Die, die das nicht gemacht haben, sie leider irgendwann in den letzten Jahrtausenden ausgestorben und konnten ihre Gene nicht weiter geben. Wir sind die Nachfahren von jenen Menschen, die es in einer zeitweise kargen Landschaft und mit so einiger Nahrungsmittelkonkurrenz geschafft haben, ausreichend Kalorien zu uns zu nehmen - eben ausreichend für Überleben und Fortpflanzung.

 

Süße hat damals aber bedeutet, dass wir ein paar überreife Früchte gefunden haben - und Fett hieß seinerzeit, dass wir statt 4 Stück vielleicht drei Handvoll Nüsse gefunden hatten, deren harte Schale wir auch nach einiger Zeit und entsprechendem Kalorienverbrauch knacken konnten, um dann tatsächlich an die Fettkalorien dran zu kommen. Unser Körper signalisierte uns "Super! möglichst viel davon!" Auch die Kombinationen von Lebensmitteln, die wir heute in verarbeiteten Produkten bekommen, gibt es so nicht in der Natur: fett und süß (Eiscreme), fett und salzig (Chips), süß und salzig (Ernußbutter-Schokolade). 

 

 

Die nächste wichtige Grundlage ist regelmässige Bewegung. Unsere Vorfahren haben weite Strecken zu Fuß zurück gelegt, auf der Suche nach Knollen, Früchten und Nüssen oder bei der Jagd. Sie mussten dabei zeitweise laufen, springen, klettern. Zur Bewegung gehören Ausdauer, Muskelstärke und Dehnung - alle drei Bereiche sollten gefördert werden für unser Wohlbefinden. Heute fahren bereits die Kinder mit dem Scooter in den Kindergarten oder werden von den Eltern aus Bequemlichkeit lange Zeit im Kinderwagen rum kutschiert. Sogar das natürlichste zu Fuß gehen scheint zu verkümmern. Mein Großeltern haben jeden Tag, egal bei welchem Wetter einen Spaziergang gemacht - was ich als Kind toootal doof fand, zumindest wenn wir keinen Abstecher zum tollen Kinderspielplatz machten. Ich habe in letzter Zeit auch einige Videos von Dan Buettner gesehen, der in Regionen der Welt geforscht hat, wo die Menschen besonders alt werden. Ein Kriterium für die Langlebigkeit ist Bewegung - sie muss nicht exzessiv sein, aber dafür regelmässig, am besten täglich. 

Schlaf und Sonne

Ein gesunder Schlaf ist der 3. wichtige Punkt. Früher gingen wir schlafen, wenn die Sonne unter gegangen war oder das abendliche Feuer erloschen. Heute leben wir in einer Welt, die immer heller wird. Wenn ich nachts in meiner Stadtwohnung aufstehe, dann brauche ich kein Licht einzuschalten, denn es ist durch die aussen umliegenden Lichtern auch in der Wohnung recht hell. Der beste Schlaf findet sich an einem dunklen, stillen und kühlen Ort. 

 

Wenn wir abends noch Fernsehen oder vor dem Computer sitzen, dann wird die Produktion von Melatonin (jenes Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert) blockiert. Wir werden dann nicht müde. Geistige Arbeit erschöpft uns, macht aber den Körper nicht müde. So besteht abends oft noch zu viel Energie im Körper und eine Restspannung, die uns nicht schlafen lässt. 

 

Macht man zu wenig Bewegung, kann man schlecht schlafen. Schläft man schlecht, ist man weniger motiviert Bewegung zu machen. Ein übler Kreislauf, der unserer natürlichen Gesundheit schadet. 

 

Und in der Früh müssen viele dann aufstehen, wenn der Wecker läutet und sind vielleicht noch gar nicht ausgeschlafen. Man wird natürlicherweise wach, wenn es draussen hell wird und man ausgeschlafen ist. In der nächtlichen Tiefschlafphase finden viele Heilungsprozesse im Körper statt, auch daher ist ausreichend und tiefer Schlaf für unser Wohlbefinden wichtig. Die Menschen, die früher auch nachts wach und unterwegs waren, haben nicht lange überlebt - sie wurden von den nachtaktiven Fleischfressern gefuttert und sind daher genetisch vermutlich nicht unsere Vorfahren :-)

 

Die vierte Grundlage für unser langfristiges Wohlbefinden ist das Sonnenlicht. Früher liefen wir viele Stunden halbnackt im Tageslicht herum. Heute müssen wir uns meist mittels Vitamin D Kapseln behelfen, da wir zu wenig, zu viel bekleidet, mit zu viel Sonnencreme uns dem Sonnenlicht aussetzen. Aber selbst wenn wir wirklich viel draussen sind, können wir in unserem Breiten nicht mehr ausreichend Vitamin D produzieren. Ich war die letzten Jahre wirklich viel an der frischen Luft, habe im Garten gearbeitet, im Winter am Berg bei Sonnenschein Schnee geschaufelt etc. und hatte trotzdem einen massiven Vitamin D Mangel. Nun nehme ich vegane Vitamin D Kapseln und mein Mangel schwindet langsam dahin. Nahezu alle Menschen in der westlichen Welt haben eine Vitamin D Mangel und kürzlich meinte ein ganzheitlicher Arzt, dass da womöglich Wifi und Handystrahlung an unseren Vitamin D Speicher knabbert. 

 

Diese 4 einfachen Basics sind die Grundlage für ein natürliches, gesundes Leben und Wohlbefinden. In unserer heutigen Umwelt fällt es den meisten von uns schwer, sich um diese 4 einfachen Dinge ausreichend zu kümmern. Doug Lisle vergleicht unser heutiges Leben mit einem Unterseeboot; das Unterseeboot ist in den Tiefen des Meeres großem Druck von den äusseren Wassermassen ausgesetzt und muss stetig ein wenig dagegen halten, damit es nicht zerdrückt wird. So ist es hilfreich, sich gute Gewohnheiten anzugewöhnen und gute Routinen zu schaffen; gesunde Ernährung schneller zur Verfügung zu haben, als junk food etc., täglich etwas Bewegung in unser Leben einzubauen, den Tag nicht zu voll packen, damit noch ausreichend Zeit für Schlaf bleibt und sich die Sonne so oft wie möglich auf die Nase scheinen zu lassen. Klingt doch eigentlich gar nicht so schlimm, oder? Ich habe zum Glück die Erfahrung machen dürfen, dass man sich damit ziemlich gut fühlt. 

 

Es ist eine langfristige Entscheidung, sich um diese Basics zu kümmern. Macht man das nicht, so sind die kurzfristigen Ergebnisse vielleicht nicht so tragisch, man bekommt meist nicht gleich starke Schmerzen als Signal des Körpers, dass etwas nicht stimmt, wird nicht sofort krank oder stirbt gleich - man merkt es nur recht subtil, es ist nur mit etwas Achtsamkeit für den eigenen Körper wahrnehmbar (daher ist auch Meditation eine gute Idee für ein gesundes Leben), dass etwas nicht passt. Aber langfristig macht es einen großen Unterschied, wofür ich mich entscheide - ob ich später vielleicht mal Diabetes 2, einen Herzinfarkt oder Darmkrebs bekomme. Es gehört also schon etwas Intelligenz dazu - sagt Doug Lisle -, sich nun für etwas zu entscheiden, dass vielleicht ein wenig Mühe kostet (zumindest die Mühe, gegen den allgemeinen Strom zu schwimmen), damit man in 20 Jahren oder später auch noch gesund und munter ist. Die Grundlage für die eigene Gesundheit heute und später wird JETZT gelegt. 

Für mich ist die Entscheidung klar. Das war aber nicht immer so! Vielleicht konnte ich euch ein wenig Mut machen,
diesen Basics für ein natürliches langes Leben etwas mehr Beachtung zu schenken. Bis bald, Susanne

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Kommentare: 1
  • #1

    Damian vom Gesund Blog (Dienstag, 28 November 2017 09:25)

    Hallo Susanne,

    interessante Ansätze die ich so nur unterstreichen kann. Alle von Dir aufgeführten Punkte sind klar und greifen ineinander. Leider fällt mir immer wieder der 3 Punkt schwer! Ausreichend schlafen ist schwierig. Ich gehöre zu den Menschen die Schlaf nur als lästig empfinden.

    LG Damian