der Gang zur großen Seite

Heute breche ich mal mit einem absoluten Tabu: dem Stuhlgang. Er ist super wichtig für die Gesundheit, trotzdem redet kaum jemand über das wie? was? wie oft? wie viel? .... ausser Dr. Greger und ich heute hier

Bristol Stool Chart

Der Gang zur Toilette ist total wichtig für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Trotzdem wissen wir kaum etwas darüber, lernen nichts in der Hinsicht, hören kaum etwas darüber, nur bei gesundheitlichen Problemen fragt gelegentlich der Arzt danach. 

 

Aber der wunderbare Dr. Greger hat natürlich darüber auch geforscht bzw. die Daten der Forschung evaluiert, ausgewertet und auf seiner homepage zur Verfügung gestellt. Daher weiß ich, dass die alten Ägypter - nun, zumindest die Pharaonenfamilie - eigene Ärzte hatte, die nur auf Stuhlgang spezialisiert waren. Und dass beispielsweise die Universität in Bristol zu dem Thema geforscht und ihre Ergebnisse 1997 veröffentlicht hat. Aus dieser ging die Bristol-Stuhlformen-Skala hervor, die die Beschaffenheit des Stuhls charakterisiert, die als diagnostisches Hilfsmittel bei Erkrankungen verwendet werden kann.

Die Form des Stuhls gibt Auskunft darüber, wie viele Ballaststoffe wir gegessen und wie viel Wasser wir getrunken haben. Typ 4, die tatsächlich "Wurst-Form" genannt wurde, ist die ideale Form. Und es gab auch tatsächlich eine Studie, in der die Stuhlform von Fleischessern, Vegetariern und Veganern untersucht wurde. Fleisch essen produziert im Schnitt Typ 3, Vegetarier und Veganer machen im Durchschnitt den idealen Typ 4, wobei Veganer fast immer die "Wurst-Form" produzieren. 

 

Je nachdem welche Form der Stuhl hat, ist es natürlich auch einfacher oder schwieriger ihn auszuscheiden. Je leichter, desto besser! Dazu gleich noch mehr.

Wie viel Stuhl? Und wie oft? In welcher Farbe? Sauer oder Basisch?

shades of poop

Die Stuhlmenge ist hauptsächlich abhängig von der Menge an Ballaststoffen, die wir zu uns nehmen. 

In der Steinzeit sollen wir 7 Mal so viele Ballaststoffe gegessen haben, wie heute ... Pflanzen laufen einen nicht so schnell davon, wie Tiere :-) meint Dr. Greger ... 104 g pro Tag, statt wie heute manchmal üblich nur 15g Fasern pro Tag. Hier gilt: je mehr, desto besser! 

 

Das derzeitige durchschnittliche tägliche Kotgewicht liegt zwischen 100 und 200 g. 

 

Woher du weißt, wie viel Gramm Stuhl du ausgeschieden hast? Indem du dich ganz einfach vor und nach dem Gang zur Toilette auf die Waage stellst. Das kann ganz schön überraschend sein. Ich hatte letztens mal sehr viele Linsen und besonders viel Gemüse gegessen und am nächsten Tag 500g Stuhl - juhuu!

 

Es gibt Studien, die den Zusammenhang von täglicher Stuhlmenge und dem Risiko an Darmkrebs zu erkranken in verschiedenen Bevölkerungsgruppen untersucht haben - und es gibt einen starken Zusammenhang. Bei 500 g täglicher Stuhl-Menge ist das Risiko gleich Null. Du fragst dich vielleicht, wer täglich so viel Stuhl produziert? Es sind jene Menschen und Bevölkerungsgruppen, die eine große Menge an Ballaststoffen essen. Beispielsweise früher die Menschen in Tonga, als noch die traditionelle Ernährungsweise gepflegt wurde mit viel Taro, Süßkartoffeln, Yamswurzeln und grünem Gemüse. Heute hat dort auch die SAD (es ist zwar traurig, steht aber als Abkürzung für: Standard American Diat) Einzug gehalten und damit Übergewicht und Verstopfung. Ebenso in Indien und Japan.

 

Also, je mehr Ballaststoffe wir essen, desto größer ist die Stuhlmenge und desto schneller verlässt uns die gegessene Nahrung (inklusive Darmbakterien, die nicht mehr benötigt werden; inklusive möglicher Giftstoffe, künstliche Farbstoffe etc., ein zuviel an Östrogen im Körper, ein Teil vom Cholesterin) wieder, was für die Gesundheit sehr förderlich ist. 

 

Und wann muss man überhaupt mal? Der Defäkationsreflex wird vom Enddarm dann ausgelöst, wenn sich dort 100 - 150g Stuhl angesammelt haben. Der Stuhlgang kann jedoch (sollte aber nicht) bis etwa 500 g unterdrückt werden. Werden weniger oder zu wenig Ballaststoffe gegessen, so wird gar kein Bedürfnis nach Stuhlgang ausgelöst. 

 

Ausgelöst wird der Stuhlgang auch dadurch, dass wir etwas essen. Das funktioniert auch schon bei Babys so - jedes Mal nachdem sie gestillt werden, machen sie in die Windeln. Daher macht bei uns zumindest 3 x täglich Stuhlgang auch Sinn. 

 

Und die Farbe? Die sollte irgendeinen Braunton haben (ausser du hast gerade stark färbende Nahrungsmittel gegessen, wie Rote Rüben). Der Braunton entsteht deshalb, weil über den Kot auch alte rote Blutkörperchen ausgeschieden werden und den Körper verlassen, die dort zuvor in grün und dann in gelb umgewandelt wurden. Zusammen mit den restlichen Stoffen ergibt das einen Braunton. (Das erinnert mich an die Wasserfarben-Experimente als Kind - welche Farbe entsteht, wenn man verschiedene Primär- und Sekundärfarben mischt :->) 

 

Laut Dr. Greger sollte man blue pee, but pink poo ausscheiden :-))) Der Urin sollte also basisch sein und unser Stuhl sauer. Je mehr Pflanzen und deren Ballaststoffe wir essen, die in unserem Darm die guten Darmbakterien füttern und dort somit fermentiert werden, desto saurer ist unser Kot. 

Durchlaufzeit der Nahrung und optimale Position beim Stuhlgang

Bei den meisten Menschen erfolgt der Stuhlgang normalerweise zwischen 3 x täglich und 3 x wöchentlich. Aber ist normal auch optimal?

 

Täglicher Stuhlgang bedeutet nicht unbedingt, dass man eine kurze Durchlaufzeit der Nahrung hat, die optimal wäre. Man kann also auch trotz täglichem Stuhlgang eine Verstopfung haben, weil der Nahrungsbrei tagelang im Darm verweilt. 

 

Die Dauer der Darmpassage der Nahrung kann aber mit einem einfachen Hilfsmittel bestimmt werden: esse einfach mal eine Portion rote Rüben und du weißt Bescheid! Rote Rüben und noch ein paar andere Lebensmittel sind so farbintensiv, dass sie auch den Stuhl färben. Die Zeit zwischen dem Essen dieses Nahrungsmittels und dem farbigen Stuhlgang ist die Zeit, die die Nahrung in deinem Körper braucht, um verarbeitet und wieder ausgeschieden zu werden. 

 

Diese Zeit sollte zwischen 24 und 36 Stunden liegen. 

 

Und der Stuhlgang sollte völlig anstrengungslos gelingen. Dies geschieht idealerweise, indem eben genügend  Ballaststoffe gegessen werden. Durch die Anstrengung beim Druckaufbau können neben Hämorriden, Krampfadern und ähnliches, auch wirklich ernsthafte gesundheitliche Problemen entstehen, wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen. Der Blutfluss zum Herzen und zum Gehirn wird durch die Anstrengung stark vermindert, was im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen kann. 

 

Bezüglich der Position beim Gang zur großen Seite ist die Hocke die natürlichste. In meiner Kindheit gab es sogar noch in Italien und Griechenland diese Toiletten ohne Klomuschel, sondern nur mit Trittbrett und einem Auffangbecken am Boden - man musste sich hinhockeln (sonst war man von unten bis oben angespritzt mit was auch immer :-)). Heute findet man solche Toiletten leider nur noch in "rückständigen" Ländern in Indien, Asien und Afrika. Also, am besten wäre es beim Stuhlgang zu hocken, dann wird das letzte Stück vom Enddarm nicht angeknickt (sie Foto). Dieser Winkel im Enddarm hat übrigens den Sinn, dass wir beim Stehen und Gehen nicht in die Hosen machen. Wohl durchdacht, diese Evolution! Der kleine Hocker (auch sie Foto), den man zum Stuhlgang verwenden kann, um in eine etwas mehr gehockte Stellung zu kommen, hat sich laut Forschung nicht wirklich bewährt. Eine bessere Möglichkeit auf "normalen, westlichen" Toiletten wäre es, den Oberkörper nach vorne zu beugen. Bei mir bringt eigentlich eher das Gegenteil, nämlich mich etwas zurück zu beugen, Erleichterung. Nun ja. Und für alle die glauben, dass sie erst nach einer Tasse Kaffee können: probiert mal einfach gleich nach dem Aufstehen (ich trinke es sogar noch im Bett) ein großes Glas Wasser zu trinken - das tut es nämlich auch :->

 

Aber wie gesagt: idealerweise ist ein täglicher mehrmaliger Stuhlgang gar nicht anstrengend, weil wir aufgrund gesunder Ernährung von vielen Pflanzen ausreichend Ballaststoffe zu uns genommen, genug Wasser getrunken und uns auch bewegt haben, sodass die Erleichterung auf der Toilette ganz einfach erfolgen kann.   Oh Wunderwerk Körper!

Also, ich finde das Thema ja super interessant und spannend! Hoffe, ihr auch und ich konnte euch da ein paar neue Erkenntnisse
und Erleichterungen bringen!?  Bis bald, Susanne

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