Bruder Hahn

Bruderhahn ist das Peta Unwort aus dem Jahr 2016. Schwester Huhn legt Eier, doch was passiert mit Bruder Hahn, wenn er am falschen Ort aus dem Ei schlüpft? Und wie lässt sich das einfach verhindern? Darüber heute ein wenig mehr

Cochin Hühner

Das heutige "Haushuhn" wurde aus wilden Hühnern in Südostasien  domestiziert und gezüchtet. 

 

Früher gab es das sogenannte "Zweinutzungshuhn": Ein Huhn - einmal zum Eier legen, später dann Suppenhuhn oder falls ein männliches Küken aus dem Ei geschlüpft ist, gleich zur Karriere als Masthuhn bestimmt. 

 

Heute gibt es aber auch in Österreich hauptsächlich nur noch Hybridhühner, die von einigen wenigen großen Brütereibetrieben gezüchtet und verkauft werden. Sie züchten Hühner, die entweder zum möglichst viele Eier legen bestimmt sind oder für die Mast, in der sie in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Gewicht zunehmen. Selbst fortpflanzen können sich diese Hybridhühner nicht mehr. Und der Begriff "Zweinutzungshuhn" wurde bestimmt auch erst in Zeiten des Hybridhuhns erfunden!

Auch die meisten Bio-Hühner sind Hybridhühner. Entweder legen sie bis zu 320 Eier pro Jahr (ein Zweinutzungshuhn legt etwa 220 Eier) oder erreichen ihr Schlachtgewicht von ca. 2 kg bereits in 4 - 6 Wochen (ein Zweinutzungshuhn braucht dazu 14 - 16 Wochen).

 

Mit männlichen Küken, die aus der Nutzungs-Linie "Eierlegend" stammen, kann der Brütereibetrieb leider nichts anfangen - daher werden sie nach der Geburt sofort getötet. Mittels Gas oder bei lebendigen Leibe mit Messern zerschnitten - was man, wie beim Gegenstand Papier, mit "schreddern" bezeichnet. In Österreich werden so jährlich 6 Millionen Küken gleich nach dem Schlüpfen getötet, in Deutschland jedes Jahr sogar 50 Millionen männliche Küken. 

 

Die Bruderhahn-Initative, von Bio-Demeter Bauern initiiert, zieht auch die männlichen Küken auf - allerdings nur, um sie ein wenig später zu töten und ihr Fleisch zu verkaufen. Sie sagen, dass ein Huhn kein Abfall ist, sondern ein Nutztier. So lebt das männliche Küken dann statt 1 Tag längstenfalls 6 Wochen.  Was besser ist, musst du für dich selbst entscheiden. Die normale Lebenserwartung eines Hahns ist 5 bis 9 Jahre - nur mal noch so zum Vergleich und zur Entscheidungshilfe.

 

Wie lässt sich dieses sinnlose Töten einfach verhindern? 

Pflanzliche Alternativen zum Ei

vegane Alternativen zu Ei - Peta veganes Backpapier

 In der veganen Welt gibt es bereits reichlich erprobte Alternativen fürs Ei. 

 

Von Peta gibt es das sogenannte ultimative, vegane Backpapier, auf dem pflanzliche Alternativen für den Ersatz von Eiern, Butter, Schlagobers, Milch, Joghurt und Gelatine aufgelistet sind. Von Peta gibt es auch eine gute Seite mit den 20 besten Ei-Alternativen

 

Eier werden in den Rezepten entweder zum Binden oder zum Auflockern verwendet. Je nachdem, können sie mit pflanzlichen Alternativen ersetzt werden. Es gibt auch schon einige fertige pflanzliche Ei-Alternativen zu kaufen, die meistens nur noch mit Wasser angerührt werden müssen. Davon habe ich selbst noch nichts probiert.

 

Was ich selbst schon probiert habe sind folgende veganen Alternativen zum Ei:

 

Das klassische Leinsamen-Ei. Es besteht aus einem Esslöffel geschroteter Leinsamen, mit 3 Esslöffel Wasser gemischt und dann etwas stehen gelassen. Dieses Leinsamen-Ei kann sehr gut zum binden verwendet werden (und versorgt dich mit wertvollem Omega 3 statt mit Cholesterin). 

 

In Palatschinken und für Kekse und Kuchen verwende ich gerne diese geschroteten Leinsamen und/oder reife, zermatschte bzw. pürierte Bananen. Manchmal nehme ich auch Apfelmus oder auch gerne Chiasamen, die hervorragend gelieren und binden. In einem Rezept für Muffins wurde Sojajoghurt empfohlen, das hat auch gut geklappt und geschmeckt. 

 

Zum Auflockern eines Teiges kann auch sehr gut prickelndes Mineralwasser, zusammen mit Backpulver ein Ei tierleidsfrei ersetzen. 

 

Und ein Omelett kann man auch hervorragend ohne Ei machen, nämlich aus Kichererbsenmehl, wie The Happy Pear hier zeigen. Wenn ihr dem Rezept noch etwas Kala Namak (ein schwarzes Salz, das etwas schwefelhaltig schmeckt und so den typischen Ei-Geschmack liefert) mischt, wird das Omelett noch ei-iger. 

 

Und was macht man mit den vielen Hühnern, die dann nicht mehr gegessen werden? 

 

Hast du schon einmal ein Huhn in Händen gehalten? Ich habe mal ein paar Wochen in Teneriffa auf einer Finca gelebt und mitgearbeitet, zusammen mit einigen zwei- und vierbeinigen Freunden. Es gab auch eine Gruppe von Hühnern, die sich immer wieder mal gerne aus dem Staub gemacht hat. Und einmal war ich die erste, die 2 entlaufene Hühner entdeckt und zu fangen versucht hat .... gar nicht so einfach - sie sind ganz schön schnell!! Aber als ich sie dann nach einander in Händen gehalten habe, war ich überrascht, wie warm und flauschig kuschelig sich so ein Hühnchen anfühlt - die haben hohe Haustier- und Schmusetierqualitäten :-> 

Vielleicht wusstest du bisher gar nicht, was mit der Entscheidung Eier zu essen alles verbunden ist?  Ich hatte selbst nie so recht kapiert, warum

eigentlich männliche Küken getötet werden und kam da öfters in Erklärungsnotstand und ins Stottern. Nun weiß ich bescheid und wenn ihr

bis hier her gelesen habt, hoffentlich auch. Alles Liebe, Susanne

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