Biomüll Upcycling

Abfallwiederverwertung in der städtischen, vollwertigen Küche geht ganz einfach und ist gut für unsere Gesundheit und die Umwelt. Heute zeige ich euch einen einfachen Tipp zum Gemüseabfall-Upcycling

Campbells Dosen-Suppen

Als Kind der 70iger Jahre in Österreich bin ich erst nach und nach mit dem Gedanken des Umweltschutzes vertraut geworden. Vieles konnte und wurde damals einfach gekauft, die ersten Fertigprodukte kamen auf den Markt, man aß Suppe aus Dosen, der ganze Abfall kam in einen einzigen Mistkübel und fertig. Nur die Großeltern, gerade dem Krieg und der damit verbundenen Armut und Hunger entkommen achteten weiter darauf, nichts zu verschwenden. Dort wurde möglichst alles gut genutzt und verkocht, die organischen Abfälle der Küche kamen meist auf den Komposthaufen im Garten.

 

Ich kann mich noch erinnern, dass mich meine Oma einmal ermahnt hat, weil ich beim Apfel schälen zu viel Fruchtfleisch mit geschält hatte. Einerseits hatte ich nicht darauf geachtet, zudem fehlte mir aber auch einfach die Übung, da ich zu Hause nur wenig in der Küche machen musste und meine Mutter ein Fan der ersten Stunde von Fertigprodukten war. 

 

Für viele Menschen bedeutet Kochen eine Menge Arbeit, daher greifen sie lieber zu Fertigprodukten. Fertigprodukte sind heute schon eine Selbstverständlichkeit geworden, sie werden häufig und gerne gekauft. Man kann sich damit einige Zeit in der Küche ersparen - leider geht das aber auch oft zu Lasten der Gesundheit. Du weißt nicht,  in welchem Zustand die Rohstoffe der Fertigprodukte waren und was alles genau in das fertige Produkt gewandert ist - meist ist das nämlich ein Zuviel an Salz, Zucker, Fett und künstlichen Zusatzstoffen. Fett, zusammen mit Salz oder Zucker lässt unser Belohnungszentrum im Hormonhaushalt jubeln und veranlasst uns, immer mehr davon zu wollen - mehr als unserer Gesundheit gut tut. Das weiß die Nahrungsmittelindustrie natürlich auch, ihre Gewinnzahlen im Auge behaltend.

 

Mit ein paar einfachen Tricks kann man jedoch den Zeitaufwand in der Küche reduzieren. Aber zuvor möchte ich euch einen Tipp geben, wie ihr Gemüse-Abfälle lecker wieder verwerten bzw. eigentlich sogar upcycling könnt - gut für eure Gesundheit, das Geldbörsel und die Umwelt. 

Einfaches Gemüseabfall Upcycling

selbst gemachte Gemüsebrühe aus Gemüseabfall

Und das Gemüseabfall upcycling geht so:

 

Ihr sammelt während dem Kochen einfach eure Gemüseabfälle. Gut geeignet sind beispielsweise die Enden und Schalen von Karotten, gelben Rüben, Pastinaken, Petersilienwurzeln, Enden vom Stangen-sellerie, Schalen vom Knollensellerie, Lauch (also alles Gemüse, das man sonst als "Suppengrün" kaufen kann), der harte Strunk vom Fenchel und die Stangenenden, Blätterstücke vom Mangold, Zucchini-Enden, eventuell den Strunk vom Brokkoli (Kohlgemüse sind recht geschmacksintensiv und werden daher besser nur in geringen Mengen beigemischt), Zwiebelschalen, etc. 

 

Falls Gemüse im Kühlschrank kurz davor steht, schlecht zu werden und ich gerade keine Zeit oder Idee für eine Verwendung habe, dann friere ich dieses Gemüse (in Stücke geschnitten) auch einfach ein. Oder auch die Petersilie, die sonst im Wasserglas schön langsam beginnt, sich selbst zu verflüssigen. 

 

Alle diese Gemüsereste gebe ich - anlassbezogen, sprich nach und nach - in einen wieder verschließbaren Plastiksack im Tiefkühlschrank. Ist der Beutel voll, gebe ich den Inhalt, zusammen mit noch ein paar Gewürzen wie z.B. Tymian, Kurkuma, Pfefferkörner, Senfkörner, Koriandersamen, Liebstöckl, etc. und Wasser in meinen Instant-pot und koche (bzw. lasse kochen :-)) eine Gemüsebrühe daraus. 

 

Die fertige Brühe seihe ich abschließend durch ein Tuch ab, dafür hat sich ein Beutel zur Herstellung von Nussmilch schon recht bewährt. Einen Teil der Brühe verwende ich gleich oder hebe sie für ein paar Tage im Kühlschrank auf. Nachdem die Brühe aber schimmelig werden kann (ich habe sehr gestaunt, als ich die kleinen Schimmelinseln in der sonst klaren Brühe entdeckt habe!) ist es gut, den Rest wieder einzufrieren. Dazu habe ich mir kürzlich ein paar kleine Tupper-Behälter gekauft, in denen ich die Brühe gut portionieren und auch in kleineren Mengen wieder auftauen und verwenden kann. Eine Möglichkeit ist auch das Befüllen von Eiswürfel-Formen mit Brühe. 

 

Diese upgecycelten Gemüse-Abfälle, also die Gemüsebrühe verwende ich dann für leckere Suppe, Risotto, Hirsotto, zum Gemüse dünsten etc. 

 

Das klingt jetzt alles viel komplizierter als es tatsächlich ist! Du wirst sehen, es geht einfacher als in den Supermarkt zu gehen und Suppenwürfel zu kaufen, die oftmals sehr salzig sind und einzeln verpackt sind  - gar nicht gut, für deine Gesundheit und die der Umwelt. Sieh selbst wie einfach es geht, auf den folgenden Fotos! Und dieses Biomüll Upcycling kannst du auch leicht in der Stadtwohnung machen! 

mise en place auf thailändischen Gemüsemarkt

Noch ein paar Tricks zum Erleichterung beim Kochen:

 

Wenn ich koche, dann wasche und schneide ich zunächst das gesamte Gemüse dafür. In der Großküche wird diese Vorbereitung mise en place genannt. Manchmal stelle ich mir auch schon die Gewürze zum Herd, die ich für die Speise gerne verwenden möchte. Das so vorbereitete Gemüse gebe ich je nach Gar-Dauer getrennt in Schüsseln. So kann ich dann während dem Kochen den gesamten Schüsselinhalt in den Topf geben, beginnend mit den Gemüsesorten, die am längsten kochen sollen. In einer weiteren Schüssel sammle ich die Gemüseabfälle fürs Upcycling, die dann am Ende des Geschnipsels in den Beutel im Tiefkühler wandern. 

 

Falls du gerne alles Gemüse auf einmal in den Topf schmeißt oder auch öfters mit dem Instant Pot kochst, dann kannst du beim Schneiden darauf achten Gemüse, das schnell gar wird in größere Stücke zu schneiden und Gemüse, das länger gekocht werden muss, in kleinere Stücke zu schneiden - so werden sie dann ziemlich zugleich gar. 

 

Und noch ein abschließender Tipp, falls du gerne mal für mehrere Menschen kochen möchtest und dir bezüglich der Mengen unsicher bist: ich überlege dann immer, wie das Verhältnis der Gemüsesorten in dem Gericht sein soll und wie viel ein Mensch circa bei einer Mahlzeit essen wird - so schätze bzw. rechne ich dann die Gesamtmenge hoch. 

So, hoffentlich war das eine oder andere für euch interessant und hilfreich!? Insbesondere das Gemüse-Abfall-Upcycling finde ich persönlich sehr super, auch wenn ich hoffentlich bald wieder einen Garten mit Komposthaufen habe - aber auf den können dann ja die ausgekochten Gemüseabfälle wandern :-)  
Bis bald mal wieder, Susanne

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