Zwiebel und Knoblauch, meine wechselnde Beziehung

Lange Zeit konnte ich keine Zwiebeln und keinen Knoblauch mehr essen, weder roh noch gekocht. Warum und wie ich sie wieder in meine Ernährung aufgenommen habe, darüber heute mehr

Superfood rote Zwiebel

Vielleicht hat mein schwieriges Verhältnis zu Zwiebeln schon im Mutterleib seinen Anfang genommen, denn meiner Mutter wurde während der Schwangerschaft furchtbar schlecht, wenn sie Zwiebeln gegessen hat. Und so war ich auch während meiner frühen Jahre kein besonders großer Freund von Zwiebeln und Knoblauch, aber vielleicht geht das auch allen Kindern so. Ich habe sie gegessen, weil sie halt irgendwie zu unserer Küche gehören und bei vielen rohen und gekochten Speisen enthalten sind. 

 

Gekocht habe ich sie immer etwas besser vertragen, aber im rohen Zustand ist mir eigentlich immer etwas übel geworden, insbesondere auf Knoblauch. Roher Knoblauch hinterließ in mir neben einem schlechten Geschmack auch ein pelziges Gefühl im Mund und er ist mir nach dem Verzehr noch stundenlang aufgestossen. 

 

Warum ich heute Zwiebel und Knoblauch essen kann und wie ich sie ohne Beschwerden wieder in meine Ernährung aufnehmen konnte möchte ich im folgenden beschreiben, denn diese Lauch-Gewächse (Allium) sind für uns überaus gesund und sollten in den Ernährungsplan mit aufgenommen werden. 

contra allium

gesunder Knoblauch

Als ich selbst für mich ein wenig zu kochen begann, habe ich zunächst Knoblauch und dann auch immer mehr die Zwiebeln aus meinem Leben verbannt. Ab und zu habe ich sie noch beim Kochen verwendet, aber immer weniger und ich habe sie auch nicht vermisst. Die Bestätigung kam für mich dann durch ein Buch von oder über Hildegard von Bingen, deren Meinung zu Zwiebeln folgende war: 

 

“Roh ist sie so schädlich und giftig zu essen wie der Saft unnützer Kräuter. Gekocht ist sie gesund zu essen, weil durch das Feuer das Schädliche, das in ihr ist, vermindert wird. Gut gekocht ist sie für jene gut, die Schüttelfrost oder Fieber oder Gicht haben. Jenen aber, die magenkrank sind, bereitet sie sowohl roh als auch gekocht Schmerzen, weil sie feucht ist.” 

 

Nun das "magenkrank" hatte ich überlesen und dafür das "giftig" stark raus gelesen und die Zwiebeln nun endgültig aus meiner kleinen Küche verbannt. Irgendwann konnte ich dann auch keine Radieschen und Rettiche mehr essen, auch der Schnittlauch bereitete mir Unbehagen. Als ich im ökumenischen Haus der Stille für die Gäste gekocht habe,  konnte ich nicht einmal mehr den Geruch von Zwiebeln auf den Händen ertragen. Von Knoblauch ganz zu schweigen. So oft ich mir nach dem Schneiden auch die Hände wusch, ich konnte den Geruch von Zwiebeln und Knoblauch noch tagelang auf meinen Händen riechen. Zum Glück gibt es dort immer viele helfende Hände in der Küche, die auch das Zwiebel schneiden übernehmen konnten. Fast vergessen hätte ich zu erwähnen, dass ich es sogar schmecken konnte, wenn jemand versehentlich das "Zwiebelbrett" zum schneiden der Früchte für den morgendlichen Getreidebrei verwendet hatte. Dann schmeckte für mich der ganze Brei nach Zwiebeln und war eigentlich ungenießbar. Einmal ist mir das leider auch in einem Bio-Supermarkt passiert, wo eine Wassermelone beim Schneiden mit Zwiebeln in Berührung gekommen sein muss .... igitt!! 

 

In Puregg und bei meinem Aufenthalt in einem buddhistischen Kloster habe ich dann noch weitere Erklärungen für meinen Widerwillen gefunden. Zwiebeln und Knoblauch sind auch nicht sattvisch, wie das im Hinduismus bezeichnet wird. Ziel der sattvischen Ernährung ist es, neben uns gesund zu erhalten, die spirituelle Entwicklung zu fördern. Zwiebel und Knoblauch wirken leicht aphrodisierend - da könnte es also zu unerwünschten Ablenkungen vom spirituellen Pfad kommen :->  Nach der ayurvedischen Ernährungslehre beeinträchtigt der starke Geruch den Geschmackssinn und lässt den Geist abstumpfen. Auch die tibetischen Buddhisten, die üblicherweise alles essen, haben vor großen Feiern und Gebeten auf Knoblauch und Zwiebeln verzichtet, um rein zu sein. 

 

Ja, und dann war da noch die Sache mit dem nicht vertragen und übel werden. 

pro Zwiebel und Knoblauch

Allium Blüte, gesunde Lauchgewächse

Laut Medical Medium Anthony William sind alle Allium-Gewächse die Antibiotika der Natur. Er sagt, wenn Zwiebeln schlecht vertragen werden, so liegt das meist an einer Bakterien-Fehlbesiedelung im Darm. Die Zwiebeln gehen gegen diese schlechten Bakterien vor und wenn diese absterben, so fühlen wir uns unbehaglich. Anthony William rät, sie in kleinen Mengen wieder in den Speiseplan aufzunehmen. Sie haben einen natürlichen Gehalt an Schwefel, der die antibakterielle Wirkung erzeugt. Durch die reinigenden Wirkung können dann in weiterer Folge wieder mehr Zwiebeln gegessen und gut vertragen werden. Und genau so hatte ich das auch gemacht. Zunächst wieder etwas gekochte Zwiebeln zu Gemüse gegessen. Hier habe ich meist die kleineren Schalottenzwiebel genommen. Später bin ich zu den größeren roten Zwiebeln über gegangen, die ja besonders gesund sein sollen. 

 

Sogar die Zeitung Standard hat voriges Jahr einen Artikel über die heilsame Wirkung roter Zwiebeln gebracht. Eine kanadische Studie hat gezeigt, dass von allen Gemüsesorten Zwiebeln die höchste Konzentration des sekundären Pflanzenstoffs Quercetin, einem Antioxidans mit antikanzerogener Wirkung enthalten (gefolgt von wilden Heidelbeeren). Und rote Zwiebeln enthalten zusätzlich den Pflanzenfarbstoff Anthocyan, der die Wirkung des Quercetin auch noch verstärkt. Besonders die roten Zwiebeln killen also Krebszellen. Das hat auch das Studium der evidenzbasierten Forschungen von Dr. Michael Greger ergeben. 

 

Aber egal welches Zwiebelgewächs, ob klassische Zwiebel in weiß oder rot, kleine Frühlingszwiebel, Lauch und sogar Schnittlauch - ging alles nicht. Aber ich habe mich in kleinen Mengen und schrittweise wieder damit angefreundet. Zunächst kam, wie gesagt nur eine kleine Schalottenzwiebel ins Gemüse. Diese sind erstens klein und zweitens mild im Geschmack. Dann gingen bald schon mehr davon. Dann habe ich kleine rote Zwiebeln probiert. Das ging auch irgendwann. Auch den Geruch an den Händen nach dem Schälen und Schneiden fand ich immer weniger störend. Nun rieche ich ihn gar nicht mehr an den Händen. Und mein derzeitiger Status ist, dass ich Zwiebeln sogar wieder roh essen kann, ohne üble Nachwirkungen. Zwar derzeit noch in eher kleineren Mengen, aber ich bin zuversichtlich :-)

 

Auch Knoblauch ist laut Anthony William sehr gesund. Er wirkt gegen Viren, Bakterien, Pilze (auch Schimmel). Parasiten und sein Gehalt an Allicin, einer schwefelhaltigen Verbindung, die krankheitsvorbeugend wirkt ist besonders hoch. Knoblauch ist auch Gift für die Krebszellen. Laut Dr. Greger (How No To Die, Seite 305) gab es eine Studie, die untersuchen sollte, ob Knoblauch dann auch Gift für andere Zellen ist. Das Ergebnis war, dass eine Knoblauch-Dosis die 80% des Krebszellenwachstums blockierte, keine Auswirkungen auf normale Zellen zu haben schien.

 

Dr. Greger berichtet auch von anderen Studien die gezeigt haben, dass der Konsum von Knoblauch bei leichter bis mittelschweren Vergiftungen mit Blei (die Konzentration von Blei im Blut sank um 20% durch 2/8 Teelöffel getrockneten Knoblauch täglich für 1 Monat) und deren weiteren Auswirkungen wie Kopfschmerzen etc. helfen kann. Und laut Anthony William haben wir ja leider fast alle etwas Blei im Körper. Nicht nur die armen Arbeiter einer Batteriefabrik, die für diese Studie untersucht wurden.

 

Zudem haben Studien gezeigt, dass Knoblauch das schlechte Cholesterin senken kann, das Blut verdünnt (sodass teilweise sogar vor Operationen dazu geraten wird, keinen Knoblauch zu essen) und die Elastizität der Arterien erhält. Hier ist jedoch roher Knoblauch wesentlich wirkungsvoller. Oder man zerkleinert ihn und wartet mindestens 10 Minuten, bevor man ihn kocht, sodass die Enzyme Zeit zum Entfalten haben (ähnlich wie beim Brokkoli). 

 

Knoblauch habe ich zunächst nur als Pulver in getrockneter Form wieder in mein Leben integriert und das auch erst, nachdem ich Zwiebeln schon wieder vertragen habe. Jetzt kann ich auch schon frische Zehen schälen, schneiden und in gekochter Form essen. Den Geruch an den Händen rieche ich anschließend manchmal noch, aber er stört mich nicht mehr besonders. Über rohen Knoblauch habe ich mich noch nicht drüber getraut, aber da werde ich auch bald einen Versuch starten, nachdem roher Knoblauch ja besonders gesund ist. 

 

Lauchgewächse sind nicht nur wunderschöne Pflanzen, sondern Zwiebeln und Knoblauch haben zahlreiche positive Wirkungen auf unsere Gesundheit, wenn sie gegessen werden. Daher habe ich sie schrittweise wieder in meine Ernährung aufgenommen. Das hat gut geklappt, obwohl es für mich anfangs unvorstellbar war, dass ich sie wieder uneingeschränkt zubereiten und essen kann. Derzeit habe ich noch so einen Versuch mit Koriandergrün am Laufen ... darüber aber ein anderes Mal mehr :-)

Wie ist euer Verhältnis zu den Lauchgewächsen? Gehören sie einfach in euer Küche oder sind sie NoGo?

Was sind eure Ansichten und Erfahrungen mit Zwiebel und Knoblauch? Bis bald, Susanne

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