gesunde Schärfe - Ingwer

Ingwer ist nicht nur schön scharf, sondern auch ganz schön gesund. Heute mehr über diese tolle Knolle und ein ungewöhnliches Rezept für den Herbst

gesunder Ingwer

Ingwer stammt eigentlich aus den Tropen und Subtropen, wahrscheinlich ursprünglich aus Sri Lanka, wird aber auch bei uns immer mehr heimisch, zumindest in den Supermarktregalen. Und das ist auch gut so, weil Ingwer sehr gesund ist und auf vielerlei Arten heilsam wirkt.

 

Die Blüten des Zingiber sind sehr schön, aber was wir da zu uns nehmen ist das Rhizom, also die Wurzel der Pflanze, entweder frisch oder als getrocknetes Pulver. Ingwer enthält einige ätherische Öle, verschiedene Scharfstoffe wie das entzündungshemmende Shogaol, die verdauungsfördernden, magenstärkenden und kreislaufanregenden Stoffe Borneol und Cineol, sowie Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor. 

 

Ingwer wird schon seit Jahrhunderten als Gewürz- und Heilpflanze verwendet und die gesundheitliche Wirkung nun auch zunehmend mehr wissenschaftlich erforscht. Darüber im folgenden ein wenig mehr und anschließend ein ungewöhnliches, leckeres Rezept mit Ingwersauce. 

In der chinesischen Medizin gilt der Ingwer als scharf und erwärmend, was du leicht nachvollziehen kannst, wenn du ihn probierst. Dadurch beeinflusst er den Milz-, Magen- und Lungen-Meridian, er wärmt die Mitte, kräftigt den Magen, wirkt entkrampfend, senkt das Magen-Qi was gegen Übelkeit und Erbrechen wirkt und vertreibt die Kälte. Ingwer löst Blockaden und bringt die Säfte zum Fließen. 

 

Nachdem der Ingwer in der Chinesischen und der Indischen Medizin schon so erfolgreich bei zahllosen Leiden eingesetzt wurde, hat auch die moderne westliche Medizin seinen heilsamen Wert erkannt und es gibt einige Studien dazu, die Dr. Michael Greger in seinem tollen Buch "How Not To Die" und auf nutritianFacts.org vorstellt.

 

So gibt es eine randomisierte kontrollierte Doppelblindstudie, die die Wirkung von Ingwer bei der Behandlung von Migräne, mit dem oft verschriebenen Medikament Sumatriptan verglich. Ein Achtel Teelöffel Ingwerpulver half genauso gut und schnell wie das teure Medikament samt seinen zahlreichen Nebenwirkungen (siehe "How Not To Die",  Seite 330).

 

Auch für die Anwendung von Ingwer bei Menstruationsbeschwerden gibt es eine Studie die gezeigt hat, dass Ingwer genauso effektiv wirkt wie Ibuprofen, welches in dem Bereich das führende Schmerzmittel ist. Lange bekannt ist auch die Einnahme von Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen. Wissenschaftlich nachgewiesen wurde das im Jahr 1982, wo es ebenfalls mit einem Medikament verglichen wurde und erneut gut abschnitt. Ingwer hilft bei Übelkeit beim Reisen, während der Schwangerschaft (dann sollte allerdings die Menge 20g täglich nicht überschritten werden), bei der Chemotherapie, bei einer Bestrahlung und nach Operationen. Ingwer wirkt generell auch schützend gegen DNA und andere Schäden durch Strahlung. Ingwer wirkt auch entzündungshemmend, ohne die Magenschleimhaut zu reizen, wie das viele Medikamente tun. So kann Ingwer auch als Mittel gegen Muskelschmerzen und kleine Entzündungen, die beispielsweise durch intensiven Sport verursacht wurden, gut eingesetzt werden. Ingwer scheint auch geeignet zu sein, um den Stoffwechsel anzuregen und so Gewicht zu verlieren. Insbesondere hat eine Studie gezeigt, dass Ingwer (1 TL getrocknetes Ingwerpulver täglich für 12 Wochen) nicht nur bei der Gewichtsreduzierung, sondern auch bei (nichtalkoholischer) Fettleber, von der heutzutage sehr viele Menschen betroffen sind (ich habe als Altlast beispielsweise Gallensteine, die ein starkes Indiz für eine Fettleber sind) hilfreich ist. Das Ergebnis brachte eine signifikante Besserung der Entzündungsmarker, der Leberfunktion und der Leberfettwerte. 

 

Über die heute zahlreichen Erkrankungen der Leber hat Anthony William gerade ein neues Buch veröffentlicht, das ab 20. Mai auch auf Deutsch erhältlich sein wird.  Ingwer zählt laut medical medium Anthony William eindeutig als Medical Food, ein Heilmittel (S. 232 im Buch" Medical Food"). Ingwer sagt dem Körper, das alles gut ist und er loslassen kann. Er wirkt so als Tonikum für die Muskeln und Organe. Diese entspannende Wirkung verdankt er den über 60 verschiedenen Mineralstoffen, Spurenelementen und vielen zum Teil noch unentdeckten Aminosäuren und Enzymen. Er wirkt zudem antiviral, antibakteriell, antiparasitär und stärkt so unser Immunsystem. 

 

Ingwer kann u.a. als Ingwerwasser (einfach ein paar Scheiben oder geriebenen frischen Ingwer in Wasser geben und nach einiger Zeit trinken), als Ingwertee (dazu Ingwerstücke in Wasser kochen und ziehen lassen), fein gerieben oder getrocknetes Ingwerpulver für den asiatischen touch in vielen Gerichten, aber auch in einigen süßen Rezepten verwendet werden. Hier habe ich bereits mal ein Rezept  für Ingwerkekse mit euch geteilt. Und letztens habe ich ein Rezept mit Ingwersauce probiert - dazu nun die Anleitung.

Gefüllte Süßkartoffeln mit Rotkohl und Ingwersoße

gesund, vegan und lecker: Süßkartoffel mit Rotkohl und Ingwersoße

Das Rezept stammt aus dem Buch "Medical Food; warum Obst und Gemüse potenter sind als jedes Medikament" von Anthony William, Seite 218. 

 

Zutaten:

Süßkartoffeln

Rotkohl

Knoblauch

Zwiebel

frischer Ingwer
und etwas Kokosöl, Olivenöl und Honig oder alternativ Ahornsirup

 

Zunächst die Süßkartoffeln im Backrohr bei 200 Grad für 45 bis 60 Minuten backen. Wenn du die Süßkartoffeln mit einer Gabel einige Male anstichst, kann die Hitze schneller in die Kartoffel und diese durchbacken. 

 

Dann die klein geschnittene Zwiebel und den Knoblauch im Topf (eventuell mit etwas Kokosöl - sonst mit etwas Wasser oder Gemüsebrühe) glasig dünsten und dann den klein geschnittenen Rotkohl dazu geben. Mit einer Tasse Wasser aufgießen, Deckel darauf und etwa 30 Minuten dünsten lassen. 

 

Die Ingwersoße soll kurz vor dem Servieren gemacht werden. Dazu alle Zutaten geriebener Ingwer, Zitronensaft und Honig oder Ahornsirup (das im Rezept erwähnte Olivenöl habe ich weg gelassen) im Topf bei mittlerer Hitze erwärmen, bis sich Blasen bilden. Dann weitere 2 bis 3 Minuten rühren, bis die Ingwersoße etwas eingedickt ist. 

 

Die gebackenen Süßkartoffeln halbieren und das Innere mit der Gabel etwas zerdrücken. Dann das Rotkraut hinein füllen und die Ingwersoße darüber gießen. Mit etwas Koriander oder Petersilie garnieren. 

 

Ich fand die Kombination ziemlich ungewöhnlich, sie harmoniert aber super und schmeckt köstlich! Probiert dieses einfache, gesunde und leckere Rezept doch auch mal aus!

Ich wünsche Euch gemütliche Herbsttage mit dem wärmenden Ingwer! Bis bald, Susanne

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