Leben mit Würze

Gerade in der Weihnachtszeit werden viele Kräuter und Gewürze verwendet. Sie können aber das ganze Jahr über viel für unsere Gesundheit tun. Darüber heute mehr

Gewürze für die Gesundheit

Letztens habe ich wieder mal ein Rezept nach gekocht. Es hat super geklungen, aber was mich echt gewundert hat war, dass in dem Rezept keinerlei Gewürze ausser Salz und Pfeffer vorgekommen sind, obwohl da jede Menge Gewürze als Geschmacksrichtung dazu gepasst hätten bzw. haben - ich hab das Rezept ja reichlich ergänzt :-)

 

Gewürze werden schon seit Jahrhunderten in der Küche, aber auch in der Apotheke verwendet, da viele von ihnen eine heilsame Wirkung haben. Sogar unsere nomadischen Vorfahren vor über 20.000 Jahren haben scheinbar schon verschiedene Pflanzen als Gewürze verwendet, die sie gesammelt hatten. 

 

Laut Duden umfasst der Begriff Gewürze Pflanzenteile (wie Blätter, Blüten, Rinde, Wurzeln, Früchte oder den Saft), die frisch, getrocknet oder bearbeitet wegen ihres natürlichen Gehalts an Geschmacks- und Geruchsstoffen als Zutat bei der Zubereitung von Speisen und Getränken aller Art eingesetzt werden. 

 

Früher waren Gewürze ein sehr kostbares Gut,  mit dem Handel betrieben wurde und um das sich sogar Kriege rankten. Pfeffer wurde mit Gold aufgewogen, auch  Zimt war überaus kostbar. Heute sind Safran, Vanille und Kardamom die teuersten Gewürze. Doch welche Gewürze sind die besten? Die, die du gerne magst und daher möglichst oft verwendest, weil fast alle große Vorteile für deine Gesundheit haben. 

mein Gewürzschrank für die gesunde, pflanzliche Küche

Dr. Greger widmet in seinen "Täglichen Dutzend", Lebensmittel die man täglich für die Gesundheit essen sollte, einen eigenen Punkt den "Kräutern und Gewürzen". Er empfiehlt täglich 1/4 Teelöffel getrockneten Kurkuma zusammen mit jedem anderen Gewürz oder Kraut, das Du magst (Dr. Greger, How Not To Die, Seite 321 ff). Die Wissenschaft hat heraus gefunden, dass viele der Aromastoffe in Kräutern und Gewürzen wirksame Antioxidatntien enthalten - ja, die Aromastoffe selbst sind die Antioxidantien! 

 

Die segensreichen Wirkungen von Kurkuma sind ja nun schon recht weit bekannt, daher darüber vielleicht ein anderes Mal ein bisserl mehr. Ich möchte mich hier nun mehr 2 Gruppen von Gewürzen widmen, die ich die "grünen Gewürze" und "Weihnachtsgewürze" nenne. 

 

Zu den grünen Gewürzen zählen für mich, ohne den Anspruch der Vollständigkeit, Kräuter wie Oregano, Majoran, Rosmarin, Salbei, Thymian, Petersilie, Koriander, etc. Hier werden die frischen oder getrockneten Blätter der Pflanzen verwendet. 

 

Laut Medical Medium Anthony William hat die Petersilie stark basische Wirkung auf den ganzen Körper aufgrund spezialisierter Mineralstoffe, die schädliche Substanzen an sich bindet, sodass sie ausgeschieden werden können. Daher gehört sie auch zu den natürlichen Heilmittel (siehe "Medical Food, warum Obst und Gemüse als Heilmittel potenter sind als jedes Medikament", Seite 256). Genauso wie die "italienischen Kräuter"; Oregano hilft gegen schädliche Bakterien, Rosmarin besitzt auch eine antibakterielle Wirkung, die sich vor allem bei antibiotikaresistenten Keimen entfaltet, Salbei hilft gegen Pilzinfektionen, auch wenn man mit Schimmel in Berührung gekommen ist und trägt zur Ausleitung von Schwermetallen aus den Darm bei und Thymian ist auf Viren spezialisiert und kann im Kampf gegen diese sogar die Hirn-Blut-Schranke überwinden (siehe Medical Food, Seite 266). Auch halbwilde oder wilde grüne Kräuter sind kräftige Heilmittel, wie die Zitronenmelisse, der Löwenzahl und Brennnesslblätter

 

Koriander ist auch super gesund, für mich aber ein Kapitel für sich .... ich mag die Korianderblätter nämlich leider eigentlich überhaupt nicht. Laut Dr. Greger ist das eine genetische Disposition, laut medical medium Anthony William stimmt das nicht und gerade Menschen, die ihn nicht mögen, würden die gute Wirkung des Korianders besonders benötigen. Er gehört zu den ältesten Kräuterheilmitteln. Und so habe ich mich an die mühevolle Aufgabe gemacht, mich an Koriander zu gewöhnen. Ich nehme nun fast täglich ein paar Blättchen in meinen Smoothie auf und schön langsam schmeckt dadurch für mich nicht der ganze gute Saft nach Wanze :->

 

Das am leichtesten erhältliche Kraut (es wuchert auch leicht im Garten oder am Balkon) mit den meisten Antioxidantien ist laut Dr. Greger die Pfefferminze. Wissenschaftliche Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Oregano entzündungshemmende und krebsbekämpfende Eigenschaften hat. Ja, er kann sogar gegen Radioaktivität schützen. Das hat eine Studie gezeigt, die bei Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen durchgeführt wurde, die mit radioaktiven Jod behandelt werden, was der Schilddrüse oftmals hilft, den Rest des Körpers jedoch massive DNA-Schäden bescheren kann (siehe Dr. Greger "How Not To Die", Seite 332). 

 

Irgendeines oder eine Mischung von diesen grünen Gewürzen kann fast immer beim Kochen einem Gericht zugefügt oder über einen Salat gestreut werden. Durch die Verwendung von Kräutern schmeckt es meist noch besser, ist oftmals auch leichter verdaulich und verhilft zu mehr Gesundheit.

gesunde Weihnachtsgewürze

Die klassischen Gewürze für die Weihnachtszeit haben eines gemeinsam, sie haben alle eine wärmende Wirkung auf Körper und Geist .... gerade richtig, an kalten Wintertagen. 

 

Zimt wirkt stark entzündungshemmend. Ich hatte bei beginnender Erkältung immer Lust auf Grießkoch, bis ich drauf gekommen bin, dass ich vor allem Lust auf Zimt habe -  den ich nun bei Erkältung im Anmarsch eben auch über etwas anderes streuen kann. Cassia-Zimt hat neben den stark antioxidativen Wirkstoffen des Zimt auch die Eigenschaft den Blutzuckerspiegel zu senken, dafür aber leider auch den Wirkstoff Cumarin, der leicht giftig wirkt und nicht in größeren Mengen konsumiert werden soll. Ceylon-Zimt ist sicher, hat aber nicht die blutzuckersenkende Wirkung (siehe Dr. Greger "How Not To Die", Seite 337), daher sollte man eher Ceylon-Zimt den Vorzug geben.

 

Auch Gewürznelken sind leicht erhältlich und sehr antioxidantienreich. Gewürznelken sind auch reich an ätherischen Ölen. Eines davon hat eine leicht betäubende Wirkung, weshalb das Kauen von Nelken als Hausmittel gegen Zahnschmerzen bekannt ist. Mehr als die Hälfte der Nelkenernte wird übrigens für die Herstellung der indonesischen Nelkenzigaretten verbraucht, die ich auf den Gili Inseln mal probiert habe und von denen mir ordentlich schlecht geworden ist.

 

Da hätte vielleicht dann Ingwer geholfen, der ja sehr gut gegen Übelkeit hilft und auch Teil der Wintergewürze ist. Ingwer wirkt stark wärmend, magenstärkend, entzündungshemmend, verdauungsfördernd und wird daher schon lange als Gewürz- und Heilpflanze verwendet. Darüber habe ich vor kurzem schon ausführlich berichtet - hier findet ihr also weiteres zum Ingwer, der auch für Weihnachtsbäckerei verwendet wird. 

 

Kardamon gehört auch zur Familie der Ingwergewächse und galt schon im alten Indien als Heilmittel. Er wird im Ayurveda gerne und viel verwendet. Kardamom wirkt ebenfalls entzündungshemmend, verdauungsfördernd, entkrampfend, schmerzlindernd, antibakteriell und regt die Durchblutung an. 

 

Auch Muskatnuss wird in der Weihnachtszeit viel verwendet. Muskatnuss wirkt verdauungsfördernd, krampflösend, auswurffördernd und wurde auch in Indonesien schon lange in der Medizin verwendet. Aber zu viel davon sollte man nicht verwenden, da Muskatnuss in höherer Dosierung psychoaktiv wirkt. Ab 2 bis 3 Teelöffeln (5 - 10g) des getrockneten Pulvers besteht die Gefahr von Übelkeit, Benommenheit, Herzrasen, Halluzinationen und weiteren Vergiftungserscheinungen. 

 

Zu den Weihnachtsgewürzen zählt auch die mildere Variante der Muskatnuss, nämlich Macis - die Muskatblüte bzw. eigentlich der Samenmantel, der die Muskatnuss umhüllt. 

 

Auch Piment (Nelkenpfeffer), Sternanis, Anis, Fenchel- und Koriandersamen werden gerne für Weihnachtsbäckerei verwendet und haben positive gesundheitliche Wirkungen. Fast alle weihnachtlichen Leckereien wie Lebkuchen, Spekulatius und die verschiedenen Kekse verwenden einzelne (Zimtsterne, Aniskekse) oder eine Mischung aus diesen Gewürzen. 

 

Es gibt also reichlich Möglichkeiten für ein gesundes Leben mit Würze, im Sommer wie auch nun in der Winterzeit. 

Vielleicht konnte euch das motivieren reichlich Kräuter und Gewürze zu verwenden, besonders auch in der Winterzeit, in der viele anfälliger für Krankheiten sind. Ich wünsche euch eine schöne und vor allem gesunde Adventzeit, Susanne

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