Start in die Gartensaison

Heute erzähle ich euch von meinem Plänen zum Selbstanbau von Gemüse und Obst und was ich dazu heuer schon alles gemacht habe

Start in die Gartensaison auf Balkonien - Hornveilchen

 

Dumme rennen,

Kluge warten,

Weise gehen in den Garten

 

mit diesem Zitat von Rabindranath Tagore starte ich mit euch in die heurige Gartensaison, in der ich erstmals auf meinem neuen Balkon und der Loggia, sowie auf einem Selbsterntefeld Gemüse, Kräuter und Obst anbauen möchte, um möglichst viel von dem was ich esse, selbst herzustellen. Im Garten meiner Eltern wachsen auch noch so allerlei Beeren und Früchte, die ich ebenfalls wieder pflegen, ernten und vernaschen werde. Vor ein paar Tagen bin ich also in die diesjährige Gartensaison gestartet. Wie ich zum garteln gekommen bin, warum ich jetzt wieder vermehrt gärtnern möchte und was ich noch so geplant habe, darüber berichte ich euch heute ein wenig. 

gesunde Zitronenmelisse im Topf am Balkon

Meine Oma hatte einen kleinen Gemüsegarten, wie das früher fast jeder hatte. Sie lebten in Salzburg am Land, später in der Stadt und immer gab es verschiedene Beeren, Salate, Zucchini, Schnittlauch, Apfelbäume - an die kann ich mich rückblickend zumindest erinnern. Leider haben wir in Wien gelebt und so habe ich wenig vom gärtnern meiner Oma mit gekommen. Von ihr hätte ich schon als Kind so einiges lernen können. Aber auch meine Eltern hatten in Wien auf dem Balkon Erdbeeren, Radieschen und Fisolen. Später hatten wir auch einen Garten, aber da hatte ich schon ganz andere Interessen.

 

Ich bin dann erst zum gärtnern gekommen, als ich eine Frau kennen lernte, die Gartentherapeutin war und mir davon erzählt und mein Interesse fürs Gärtnern geweckt hat. So bin ich dann ab 2009 ohne großes Garten-KnowHow in den akademischen Lehrgang für Gartentherapie an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik gestartet und "akademische Expertin für Gartentherapie" geworden. In den beiden Ausbildungsjahren hatte ich dann auch Zeit und viele Möglichkeiten, das Gärtnern zu lernen und vieles auszuprobieren. 

 

Für das Wohlbefinden und die körperliche und geistige Gesundheit der Menschen ist eine Rückbesinnung auf unsere ursprünglichen, natürlichen Wurzeln notwendig. Dies kann jeder leicht selbst spüren, der mit der Natur in Verbindung tritt oder im Garten etwas macht. Gartentherapie greift diese enge Verbindung von Mensch und Natur auf und nutzt sie gezielt zur Förderung des menschlichen Wohlbefindens, indem sie Garten und Pflanzen als therapeutisches Mittel verwendet. Ziel ist dabei die Erhaltung und Förderung des körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Das habe ich dann in einigen Projekten (beispielsweise der cityfarm Schönbrunn), aber vor allem an mir selbst erprobt und ausprobiert. 

 

Zwei Jahre lang hatte ich ein 20 m2 großes Beet in einem Nachbarschaftsgarten, wo wir auch gemeinschaftlich einiges probiert haben. Dann konnte ich in "Puregg - Haus der Stille" am Fuße des Hochkönigs ausprobieren, was und wie auf dieser Höhe Gemüse und Obst wächst und wie man die Schnecken möglichst leidfrei im Zaum hält. 

 

Nachdem ich voriges Jahr nun in Wien umgezogen bin, habe ich jetzt einen ost-südseitig gelegenen Balkon und eine südseitig gelegene Loggia (überdachter Balkon) zur Verfügung. Da hatte ich schon voriges Jahr einiges gedanklich in Planung, was ich nun nach und nach umsetzen möchte. 

 

Vor kurzem habe ich dann noch einige Reportagen über "biologischen Anbau" gesehen, die mich stark zum verstärkten Eigenanbau motiviert haben. Bio aus China und ähnlichen Ländern fernab von uns - was ich eigentlich eh schon im Gefühl hatte bzw. einem der gesunden Menschenverstand eigentlich sowieso sagt - ist trotz EU-Bio-Zertifizierung fragwürdig, weil einfach die notwendigen Kontrollen nur sehr sparsam durchgeführt werden. Aber auch bio aus Österreich muss nicht unbedingt ethisch korrekt sein. Die gewünschte flächendeckende Versorgung der Bevölkerung durch die Supermärkte macht auch den Bio-Anbau (oder Bio-Tierzuchtbetrieb) zur Massenproduktion mit möglichst gedrückten Preisen und verdrängt so viele kleine Landwirte, die da nicht mehr mithalten können oder wollen. 

 

So habe ich für heuer den starken Wunsch, möglichst viel selbst zu erzeugen. Da kann ich das Wachstum der Pflanzen von Samen an beobachten, was ich besonders liebe und bin sicher, dass mein Gemüse und Obst biologisch erzeugt ist. Und nichts schmeckt so gut, wie frisch Geerntetes. Anthony William geht sogar soweit zu sagen, dass selbst angebautes Gemüse, Kräuter und Obst für einen selbst auch besonders heilsam sind, weil sich die Pflanzen an die Bedürfnisse der Menschen anpassen können. Und womit habe ich nun schon gestartet? 

Start in die Gartensaison - der Krokus am Balkon blüht schon

Im Herbst hatte ich bereits Krokusse in eine Glasschüssel gepflanzt und Spinat gesät, der im Herbst nur mehr spärlich getrieben ist. Beide sind jetzt mit den ersten Sonnenstrahlen bereits kräftig gewachsen. Auch die Zitronenmelisse hat den Winter im Topf gut überstanden und bekommt schon saftig grüne Blättchen, sodass ich schon der ersten Tee daraus brauen konnte. Im Herbst hatte ich auch Zierlauch gesetzt, der auf der südseitigen Loggia ebenfalls schon viele Blätter bekommen hat.  

 

Und ich bekam einen Blumentopf geschenkt mit wunderschönen Hornveilchen, die eine Farbpracht und ein Dufterlebnis sind und die man auch essen kann. 

 

Ich habe meine Himbeere im Topf, die in die neue Wohnung mit übersiedelt ist, etwas zurück geschnitten und auch mein Lampenputzergras. 

 

Eine weiße Gemüsezwiebel und eine Süßkartoffel, die es in der Gemüseschale schon besonders eilig hatten und ausgetrieben sind, haben auch Plätze in Töpfen gefunden und sind schon kräftig am wachsen. Die Zwiebel schon auf Balkonien, die Süßkartoffel noch indoor. Süßkartoffeln gehören zu den Windengewächsen und können daher hoch hinaus wachsen, wenn sie ein Rankgerüst bekommen. 

 

Auf Balkonien sind schon verschiedene Salate (Kopfsalat, Pflücksalat, Asia-Salat), Radieschen, Spinat, Rucola und Koriander gesät.  

 

In der Wohnung habe ich verschiedene Tomatensorten, Paprika (die Samen des roten Spitzpaprika, der voriges Jahr schon so wunderbar auf meinem Balkon gewachsen ist und dessen Früchte im Herbst dann indoor noch rot gereift sind) und Basilikum (Achtung, der ist ein Lichtkeimer) gesät. Die Tomaten habe ich teilweise bereits das erste Mal pikiert, d.h. vorsichtig mitsamt der kleinen Wurzeln ausgegraben und einzeln in etwas größere Töpfchen gesetzt. Die Tomaten können dabei etwas tiefer in die Erde kommen, dadurch bilden sie noch neue Wurzeln und werden insgesamt stärkere Pflanzen. 

 

Als weiteres Experiment habe ich den Boden einer gekauften Stangenselleriepflanze zunächst in eine Glas mit Wasser und nachdem die ersten Stangen in der Mitte begonnen haben, wieder vorsichtig zu wachsen in einen kleinen Topf mit Erde gesetzt. Ich bin gespannt, ob daraus wieder ein große Stangenselleriepflanze wird. 

 

Soweit mal der Stand der Dinge. Ein Start in die Gartensaison für Balkonien ist definitiv gemacht und ich bin schon gespannt, wie alles so wächst und sich entwickelt. Die Übergabe der Selbsternteparzelle soll mit Anfang Mai erfolgen. Da bin ich auch schon neugierig, wie das dann so läuft und wie die Pflanzen dort wachsen werden. also, das Thema "garteln" will be continued ... :-)) 

Seid ihr auch schon fleißig am garteln? Was möchtet ihr heuer so anbauen? Ich werde euch auf dem laufenden halten,
wie es bei mir und den Pflanzen weiter geht! B
is bald, Susanne

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