Löwenzahn-Vonig

Heuer habe ich das erste Mal den köstlichen Löwenzahn Aufstrich selbst gemacht. Vonig, weil die sonst fleissigen Bienchen nicht so wirklich mit geholfen haben. Hier das Rezept für die Naschkatzen unter euch

gesunder Löwenzahn

Im Frühling und Sommer wächst überall der leuchtend gelbe Löwenzahn, sogar in meiner Gartenkiste am Balkon hat er sich selbst ausgesät. Kein Wunder, wird der Löwenzahn doch zur Pusteblume, die sich dann bei jedem Windhauch vermehrt. Die ganze Pflanze, die Blüten, die Blätter, der Stengel und die Wurzel sind heilsam und werden schon lange Zeit von Kräuterkundigen genutzt. Die Blätter sind etwas bitter und können den ganzen Gartensommer über in den Smoothie, Salat oder ins Pesto gegeben oder auch gedünstet gegessen werden. Die Wurzel ist sehr bitter, kann aber ebenfalls gekocht und gegessen werden.  Die geröstete Wurzel wird auch als Kaffee-Ersatz verwendet. Löwenzahn, auch als Tee oder Frischsaft zubereitet, regt den Stoffwechsel und die Verdauung an. Er wirkt insbesondere auf Leber, Galle und die Nieren. Zudem wird er auch bei rheumatischen Beschwerden und Hautproblemen angewendet.

 

Und ich habe vor ein paar Tagen im Garten meiner Eltern diese wundervollen Blüten gesammelt, die schon direkt genascht lieblich schmecken und daraus das erste Mal einen Löwenzahn-Honig gemacht. Es wird Honig genannt, weil es von der Farbe und der Konsistenz an diesen erinnert, eigentlich ist es ein Sirup oder Aufstrich. Aber nun gleich zum Rezept dafür.

Zutaten und Rezept für selbst gemachten Löwenzahnblüten-Aufstrich

veganer Löwenzahn Brotaufstrich

Zutaten:

200 g Löwenzahn Blüten

1 l Wasser

2 Bio-Zitronen 

1 Bio-Orange

800 g Rohrzucker

 

Ich habe also im Garten meiner Eltern, der am Waldrand und am Ende einer Sackgasse liegt - die Blüten sollten also mit relativ wenigen Schadstoffen belastet sein - 200 Gramm Löwenzahnblüten gesammelt. Dabei habe ich sie knapp unterhalb der Blüte, aber mitsamt den grünen Blütenkelch abgeschnitten bzw. dann abgezupft, weil das noch leichter gegangen ist. Das Wetter war sonnig und warm. Bei schlechten Wetter und in der Nacht schließen sich die Blüten des Löwenzahn nämlich etwas. Nachdem du sie vom Stengel gezupft hast auch. 

 

Zu Hause angekommen habe ich die Blüten etwas gespült und zusammen mit einem Liter Wasser, zwei in Scheiben geschnittener Bio-Zitronen und einer geschälten und in Scheiben geschnittenen Bio-Orange in einen Topf gegeben. Die Kerne der Zitronen und Orangen habe ich sorgfältig entfernt, weil diese sonst den süßen Aufstrich bitter machen können. 

 

Diese Mischung habe ich am Herd aufkochen und für 40 Minuten leicht köcheln lassen. Anschließend kühlte der Sud aus und ruhte im geschlossenen Topf für 36 Stunden im Kühlen. Geplant waren eigentlich nur 24 Stunden, aber "life is, what happens to you, while you are busy making other plans ..." sagte schon John Lennon. 

 

Also, den ausgekühlten Sud habe ich dann durch ein Sieb und einen Nussmilchbeutel (diese Dinger sind wirklich sehr praktisch, weil man sie gut ausdrücken, leicht reinigen und vielseitig verwenden kann. Ein Geschirrtuch oder ein Leinentuch würde aber auch funktionieren, so wie man das früher gemacht hat) gedrückt und die so entstandene goldfarbene Flüssigkeit wieder in den Topf geschüttet. Nun kamen 800 Gramm Rohrzucker dazu und das Ganze wurde aufgekocht. Anschließend kannst du den Sirup unter gelegentlichen Umrühren einmal ruhig für eine Stunde leicht köcheln lassen. Nach einer Stunde verändert sich die Konsistenz deutlich und der Sirup beginnt einzudicken. Ich habe dann immer eine kleine Probe mit einem sauberen Löffel entnommen und auf einen Teller getropft um zu kontrollieren, wie schnell dieser Tropfen geliert und wie fest er wird, damit ich die für mich ideale Zähflüssigkeit erreiche, nicht zu flüssig aber auch nicht zu fest soll mein Löwenzahn-Vonig werden. Ich habe den Löwenzahnsirup letztendlich für 75 Minuten gekocht.

 

Die Gläser und Schraubdeckel habe ich mit kochenden Wasser übergossen und leere sie erst kurz vor der Befüllung aus. Den noch heißen Löwenzahn-Sirup habe ich dann in die, ebenfalls noch heißen, Gläser gefüllt, mit dem Schraubverschluß fest verschlossen und umgedreht zum abkühlen aufgestellt. Beim Abkühlen wird der Aufstrich noch etwas fester - dies bei der Kochzeit beachten!

 

Der Löwenzahn-Vonig schmeckt köstlich und ist ziemlich süß, ideal für Naschkatzen. Ich habe zwischenzeitlich auch ein Rezept mit Agavendicksaft satt Zucker gefunden - vielleicht probiere ich dieses Rezept das nächste Mal aus, für eine vielleicht noch etwas gesündere Variante. 

 

Ich liebe die Zeit, wenn ich all die gesunden Köstlichkeiten, die die Natur für uns bereit hält, wieder bestaunen, beschnuppert, verarbeiten und verkosten kann! Vielleicht geht es euch genauso und ihr probiert auch heuer zum ersten Mal den Löwenzahn-Vonig!?

Ich wünsche euch noch gesunde und fröhliche Frühlingstage! Bis bald, Susanne

Kommentar schreiben

Kommentare: 0